Wirtschaftskammer-Deals im Fokus: Ruck unter Druck
Walter Ruck, Präsident der Wiener Wirtschaftskammer, gerät erneut in die Schlagzeilen – diesmal im Zusammenhang mit dem Schloss Hernstein, das im Besitz der Kammer ist.
Ruck nutzt dort ein “kleines Büro”, während das Schloss vor allem als Seminarhotel und Eventlocation dient, auch für Veranstaltungen des Hernstein Instituts der Wirtschaftskammer. Doch nicht nur das Gebäude selbst, sondern auch die Immobiliengeschäfte zwischen der Kammer und der Signa-Gruppe von René Benko stehen im Fokus, schreibt die Krone.
„Projekterfolg“ von 39 Millionen Euro für Signa
Im Jahr 2019 verkaufte die Kammer das „Gewerbehaus“ an die Signa für 17,5 Millionen Euro. Kurz darauf wurde es mit einem Aufschlag von 14 Millionen Euro an einen weiteren Investor weiterverkauft. Diese Preissteigerung in so kurzer Zeit hat Fragen hinsichtlich der Verhandlungsführung der Kammer aufgeworfen.
Weiterhin zeigt sich, dass die Kammer für die neue Zentrale am Praterstern 121,47 Millionen Euro zahlte, während die Baukosten für Signa bei 82 Millionen Euro lagen. Dies resultierte in einem „Projekterfolg“ von 39 Millionen Euro für Signa. Ruck erklärte, dass der Erlös aus den Verkäufen der Immobilien zur Finanzierung des neuen Kammergebäudes verwendet wurde.
Ruck zunehmend unter Druck
Des Weiteren wurde bekannt, dass Alfred Gusenbauer, ehemaliger SPÖ-Bundeskanzler und Aufsichtsratschef bei Signa, für „die Beratung beim Abschluss und beim Exit des Projektes Bank Austria Campus“ 600.000 Euro in Rechnung stellte.
Diese Details werfen ein weiteres Licht auf die Geschäftsbeziehungen und Fragen zur Preisgestaltung sowie den politischen Verbindungen auf. Intern wird Ruck vorgeworfen, in der Kammer wie bei einem „Monopoly-Spiel“ zu agieren, wobei die Beziehungen innerhalb seiner Partei und zu anderen politischen Kräften zunehmend kritischer werden.
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