Teile der Munition seien in der südöstlichen Provinz Gaziantep niedergegangen, hieß es weiter. Verletzte habe es nicht gegeben. Das Ministerium warnte jedoch, die Türkei werde ohne Zögern die notwendigen Maßnahmen ergreifen. Alle Parteien seien aufgefordert, die Warnungen Ankaras zu beachten.

Am Mittwoch vergangener Woche war die Türkei erstmals von den Kampfhandlungen direkt betroffen. NATO-Luftabwehrsysteme zerstörten eine iranische ballistische Rakete, die nach Regierungsangaben auf dem Weg in den türkischen Luftraum gewesen war. Nach dem ersten Vorfall verzichtete die Regierung in Ankara darauf, Konsultationen der NATO zu beantragen.

NYT: Ziel war NATO-Luftwaffenstützpunkt Incirlik

Unklar ist, welches Ziel die iranische Rakete hatte. Die New York Times berichtete unter Berufung auf US-Militärkreise, das Geschoss hätte den NATO-Luftwaffenstützpunkt Incirlik treffen sollen. Die US-Botschaft in der Türkei sprach unterdessen eine Reisewarnung für die Südosttürkei aus.

NATO ging von Vorsatz aus - Iran wies zurück

Die NATO ging im Fall von vergangener Woche davon aus, dass der Iran absichtlich auf das Bündnismitglied Türkei gefeuert hatte. Der iranische Generalstab wies die Vorwürfe zurück. In einer offiziellen Erklärung hieß es, Meldungen über einen Raketenabschuss in Richtung türkisches Territorium seien falsch und würden entschieden zurückgewiesen. Die iranischen Streitkräfte respektierten die Souveränität des Nachbar- und befreundeten Landes Türkei.

Die Türkei verhält sich im Krieg zwischen Israel, den USA und dem Iran eigentlich neutral und hat sich lange um eine diplomatische Lösung des Konflikts bemüht. In der Türkei sind aber auch US-Soldaten stationiert. Der NATO-Luftwaffenstützpunkt im Land ist in Incirlik in der südtürkischen Provinz Adana. Nach US-Angaben sind dort rund 1.500 Militärangehörige stationiert. Der Stützpunkt gilt als wichtiges Militär-Drehkreuz in der Region. Der Iran greift seit Kriegsbeginn wiederholt Militärstützpunkte in der Region an – etwa in den Golfstaaten.