Im exxpress-Studio wurde es deutlich: Remus-CEO Stefan Zöchling sprach im Interview mit exxpress-Herausgeberin Eva Schütz über hohe Abgaben, ineffiziente Strukturen und eine Politik, die aus seiner Sicht dringend reformiert werden müsste. Im Zentrum des Gesprächs standen Lohnnebenkosten, Systemkritik und die wachsende Unzufriedenheit in der Bevölkerung.

„Milliarden versickern – aber niemand greift ein“

Für Zöchling ist die Diagnose klar: Österreich leide nicht an zu wenig Einnahmen, sondern an zu hohen Kosten im System. In Kammern, öffentlichen Institutionen und staatsnahen Bereichen würden „hunderte Millionen oder sogar Milliarden versickern“.

Besonders scharf fällt seine Kritik an den Strukturen aus: Die Wirtschaftskammer sei ein „Bürokratiemonster“ mit aufgeblähten Apparaten und kaum Kontrolle. Gleichzeitig müssten Unternehmen immer strengere Auflagen erfüllen, während im System selbst andere Regeln gelten.

Auch der ORF wird zum Symbol: gesicherte Einnahmen, aber kaum Reformdruck. Für Zöchling zeigt sich hier ein Grundproblem – fehlender Wettbewerb und fehlende Konsequenzen.

Stefan Zöchling ist CEO und Miteigentümer des steirischen Auspuffherstellers Remus sowie Initiator der Plattform „Zusammen stärker“.exxpress/

„Die Leute merken, dass sie für blöd verkauft werden“

Besonders brisant: Zöchling sieht eine zunehmende Entkopplung zwischen Politik und Realität der Menschen. Entlastungen würden groß angekündigt, aber gleichzeitig wieder aufgefressen.

Sein Beispiel: Die viel beworbene Mehrwertsteuersenkung werde durch andere Maßnahmen wie steigende Abgaben praktisch neutralisiert. Für viele Arbeitnehmer bedeute das am Ende sogar weniger Netto im Monat. Die Folge sei klar: „Die Leute merken, dass sie jeden Tag für blöd verkauft werden.“

„Die Mitte bricht auseinander“

Am deutlichsten wird Zöchling beim Blick auf die gesellschaftlichen Folgen. Steigende Abgaben, schwache Wettbewerbsfähigkeit und eine zunehmende Deindustrialisierung würden das Vertrauen der Menschen erschüttern. Seine Warnung: „Die Menschen werden an die extremen Ränder getrieben.“ Wenn sich an den Strukturen nichts ändere, drohe eine gefährliche Entwicklung – politisch wie wirtschaftlich. Die Mitte verliere an Stabilität, während Unzufriedenheit weiter wachse.