Immer mehr online bestellte Medikamente werden in Österreich vom Zoll aus dem Verkehr gezogen. Ein aktueller Fall aus Tirol zeigt, wie schnell Besteller in die Falle tappen können: Ein Mann hatte Medikamente aus Polen bestellt – angekommen sind sie nie. Die Sendung blieb beim Zoll hängen.

Der Betroffene gab laut Krone an, an Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu leiden und die Medikamente nur für den Eigenbedarf bestellt zu haben. Von den österreichischen Regeln für den privaten Import von Arzneimitteln habe er nichts gewusst.

Genau das ist aber das Problem: Privatpersonen dürfen in Österreich grundsätzlich keine rezeptpflichtigen Medikamente über das Internet bestellen. Im Fall des Tirolers ging es um Metohexal, Lozap, Acard und Amlopin – für einen Teil davon ist eine Verschreibung nötig.

Medikamente auf eigene Kosten vernichtet

Doch damit nicht genug: Arzneimittel müssen auch in Österreich zugelassen sein. Und selbst wenn der Online-Shop in einem EWR-Staat sitzt, reicht das allein noch nicht aus. Für den Versand ist eine Meldung nötig – und dazu berechtigt sind nur Apotheken.

Die Folge für den Tiroler: Seine Medikamente müssen zurückgeschickt oder vernichtet werden – auf seine Kosten.

Der Fall ist kein Einzelfall. Laut Krone verzeichnet das österreichische Zollamt jedes Jahr mehrere tausend Aufgriffe illegal eingeführter Arzneiwaren, Millionen Stück Medikamente wurden bereits aus dem Verkehr gezogen. Aus dem Bundesministerium heißt es dazu: „Unter den vom Zoll aufgegriffenen Arzneiwaren und Gesundheitspräparaten befinden sich vor allem Potenzmittel sowie fruchtbarkeitsfördernde Produkte.“

Dazu kommt eine weitere Gefahr: Fake-Apotheken und gefälschte Medikamente. Online-Shops wirken oft täuschend echt, das Geld ist weg – und die Ware kommt entweder nie an oder ist womöglich gefährlich. Besonders heikel: fehlende Beipackzettel oder falsche Dosierungen.

Die Botschaft ist klar: Medikamente im Internet zu bestellen kann nicht nur ins Geld gehen – sondern auch zum Gesundheitsrisiko werden.