Steigende Preise, knappe Budgets und uneinheitliche Fördermodelle führen dazu, dass immer mehr Schulen auf mehrtägige Wintersportwochen verzichten.

Wintersport als Kostenfrage

Eine klassische Schulskikurswoche ist längst kein günstiges Unterfangen mehr. Rund 500 Euro pro Schüler fallen für eine fünftägige Wintersportwoche an. In dieser Summe sind Anreise, Unterkunft, Liftkarten sowie, falls nötig, Leihausrüstung enthalten. Was früher für viele Familien machbar war, wird heute zur finanziellen Hürde.

Vor allem die Nächtigungskosten treiben den Gesamtpreis nach oben. Schulen reagieren darauf mit Kürzungen beim Programm. Aufenthalte werden verkürzt, An- und Abreisetage gestrichen, um die Gesamtausgaben zu drücken. Was früher eine volle Woche war, schrumpft heute oft auf wenige Tage zusammen.

Unterricht auf der Piste – aber kürzer

Lehrer berichten, dass sich der Charakter der Schulskikurse spürbar verändert hat. Wo früher sieben Tage eingeplant waren, bleiben heute häufig nur noch vier oder fünf. Der pädagogische Anspruch bleibt zwar bestehen, doch der zeitliche Spielraum für Übung, Sicherheitstraining und soziale Erlebnisse wird enger.

Für viele Schulen ist der organisatorische Spagat inzwischen kaum noch zu bewältigen. Die steigenden Preise treffen auf Eltern, die angesichts allgemeiner Teuerung immer häufiger absagen müssen oder um Ratenzahlungen bitten.

Inflation trifft Jugendunterkünfte und Skigebiete

Auch auf Seiten der Gastgeber wächst der Druck. Jugendgästehäuser und
Beherbergungsbetriebe sehen sich mit höheren Ausgaben für Energie, Lebensmittel und Personal konfrontiert. Preisanpassungen lassen sich kaum vermeiden, selbst wenn Betreiber bemüht sind, Schulklassen möglichst günstige Konditionen anzubieten.

Gleichzeitig ist das Interesse der Wintersportwirtschaft groß, junge Menschen weiterhin für das Skifahren zu begeistern. Schulskikurse gelten als entscheidender Einstiegspunkt – nicht nur sportlich, sondern auch touristisch. Wer als Kind positive Erfahrungen im Schnee macht, kehrt oft als Erwachsener zurück.

Förderchaos statt Gesamtstrategie

Genau hier setzt die Kritik der Lehrergewerkschaft an. Sie fordert ein österreichweit abgestimmtes Fördersystem, das Schulskikurse unabhängig vom Herkunftsbundesland unterstützt. Derzeit hängt die finanzielle Entlastung stark vom Wohnort der Schüler ab.

Blick über die Grenze: Nachwuchssorgen auch anderswo

Auch außerhalb Österreichs zeigt sich ein ähnliches Bild. In Deutschland etwa schrumpft der Nachwuchs im organisierten Skisport seit Jahren deutlich. Besonders bei Kindern und Jugendlichen gehen die Mitgliederzahlen stark zurück. Zwar bleibt Skifahren populär, doch nur ein vergleichsweise kleiner Teil der Bevölkerung beherrscht den Sport überhaupt.