Ausgaben in Höhe von 102,1 Millionen Euro hat das Bundesheer für das laufende Jahr in Niederösterreich vorgesehen. Ein zentrales Vorhaben ist der Neubau eines Hangars am Fliegerhorst Leopold Figl in Langenlebarn im Bezirk Tulln. Etwa ein Viertel des Budgets entfällt auf dieses Projekt.

Darüber hinaus werden auch andere Standorte ausgebaut oder modernisiert: die Theresianische Militärakademie in Wiener Neustadt, die Burstyn-Kaserne in Zwölfaxing (Bezirk Bruck an der Leitha) sowie die Ostarrichi-Kaserne in Amstetten.

„Wir haben rund 200 Bauprojekte in ganz Niederösterreich, davon sind in etwa 40 größere Vorhaben mit einem Volumen von über 500.000 Euro“, erklärte der niederösterreichische Militärkommandant Georg Härtinger in einer Aussendung. Ein Schwerpunkt liege unter anderem beim weiteren Ausbau der Trainingsanlage am Truppenübungsplatz Allentsteig im Bezirk Zwettl.

Modernisierung an sämtlichen Standorten

Nach Angaben des Bundesheeres wird derzeit an allen Kasernenstandorten gearbeitet. In St. Pölten etwa laufen Sanierungen, die noch im Zusammenhang mit dem Hochwasser im Herbst 2024 stehen.

Härtinger betonte zudem: „Die Autarkiemaßnahmen an allen 18 Kasernenstandorten sollen 2026 weitgehend abgeschlossen sein.“ Gemeint sind Maßnahmen zur Eigenversorgung – etwa bei Energie oder Infrastruktur – um die Standorte unabhängiger zu machen.

Österreichweit summieren sich die Investitionen in militärische Infrastruktur im Jahr 2026 auf insgesamt 473 Millionen Euro. Weitere Ausgaben könnten folgen – abhängig vom Verlauf der aktuellen Debatte rund um Wehrdienst und Personalaufstockung.

Bundesheer auf JOYN: Präsenzoffensive im digitalen Raum

Parallel zur baulichen Aufrüstung setzt das Verteidigungsministerium verstärkt auf Kommunikation. Als erstes Ministerium Österreichs stellt das Bundesheer eigene Videoformate auf der Streamingplattform JOYN zur Verfügung.

Verteidigungsministerin Klaudia Tanner präsentierte gemeinsam mit Thomas Gruber, Co-CEO der ProSiebenSat.1 PULS 4 Gruppe & JOYN Österreich, die Kooperation. Die Inhalte des Bundesheeres sollen dort kostenlos abrufbar sein.

Tanner erklärte dazu: „Es wird in den nächsten Jahren entscheidend sein, die Bevölkerung gut über die Aktivitäten und Analysen des Bundesheeres zu informieren. Die geistige Landesverteidigung ist eine wichtige Säule, und sie funktioniert nur mit Information. Joyn ist eine österreichische Plattform, die alle österreichischen TV-Kanäle und ihre Mediatheken vereint und sehr viele Österreicherinnen und Österreicher und besonders auch die Jungen erreicht. Pioniergeist und stete Weiterentwicklung liegen in der DNA des Bundesheeres, die Kooperation mit einer innovativen österreichischen Plattform liegt auf der Hand.”

Kritiker bewerten die neue JOYN-Initiative jedoch deutlich skeptischer. Sie sehen in der Präsenz des Bundesheeres auf einer großen Streamingplattform weniger eine neutrale Informationskampagne als vielmehr eine strategische Imageoffensive mit einem Propaganda-Beigeschmack. Gerade die gezielte Ansprache junger Zielgruppen wirft Fragen auf. Für manche Beobachter wirkt das Projekt wie ein Versuch, militärische Narrative stärker in den gesellschaftlichen Alltag zu bringen.