11.400 Euro für Energy-Sniffs: FPÖ kritisiert Gutachten
Im SPÖ-geführten Gesundheitsministerium wurde ein wissenschaftliches Gutachten rund um „Schnupfpulver“ beauftragt. Kosten: 11.400 Euro. Fertiggestellt wurde die Expertise am 11.12.2025, veröffentlicht wurde sie auf der Website des Ressorts.
FPÖ-Generalsekretär Michael Schnedlitz geht auf Konfrontation. Er donnert: „Da glaubt man, man hat schon alles gesehen, und dann gibt die SPÖ-Ministerin über 11.000 Euro für eine Studie über Schnupftabak aus.“
Sein Hauptvorwurf: falsche Prioritäten. Wie Heute berichtete, verweist Schnedlitz auf die „massive Teuerung“, die die Bevölkerung belaste, und auf „Probleme im Gesundheitssystem“. Dann setzt er nach – und wird noch schärfer: „Dass ‘Schnupfpulver’ – wie es offiziell in der parlamentarischen Beantwortung genannt wird – ungesund ist, sollte doch auch im SPÖ-Ministerium bekannt sein oder sehen das Babler und seine roten Regierungsmitglieder anders, zweifeln daran und wollen mittels Steuergeld nochmals eine Abklärung? Wie absurd ist diese Truppe?“
Ministerium: Es geht um „Energy-Sniffs“, nicht um klassischen Schnupftabak
Aus dem Ressort selbst kommt eine klare Einordnung. Das Staatssekretariat erklärt, worum es tatsächlich geht: um sogenannte „Energy-Sniffs“ – also tabak- und nikotinfreie Schnupfpulver, die einen schnellen „Energie-Kick“ versprechen.
Die Begründung für das Gutachten fällt ebenso deutlich aus: Man brauche die wissenschaftliche Analyse, um weitere Maßnahmen – „insbesondere im Sinne des Jugendschutzes und der Produktsicherheit“ – „rechtlich sauber und wissenschaftlich fundiert vorbereiten zu können“.
Zusatz-Zündstoff: Verwirrung um den Namen des Gutachters
Als wäre der Preis allein nicht genug, kommt eine zweite Ebene dazu: eine Namensverwechslung. In der offiziellen Liste zur parlamentarischen Beantwortung scheint ein „Prof. Priv.Doz. Dr. Martin Zeitlinger“ als Auftragnehmer auf. Eine Suche nach dieser Person führe jedoch ins Leere, heißt es aus freiheitlicher Sicht – stattdessen lande man bei „Dr. Markus Zeitlinger“, der aus der Corona-Pandemie bekannt sei.
Schnedlitz fordert daher „sofortige Aufklärung von Ministerin Schumann“. Und er legt einen besonders heiklen Verdacht nach: Es dürfe nicht sein, dass „möglicherweise unter dem Deckmantel der Wissenschaft ehemalige System-Trommler versorgt werden“.
Staatssekretariat räumt Fehler ein – und zieht eine klare Grenze
Zum Namenschaos kommt eine unmissverständliche Antwort: In der parlamentarischen Beantwortung sei der Vorname irrtümlich mit „Martin“ angegeben worden – „ein Fehler im Haus, der jedenfalls nicht passieren sollte“. Gleichzeitig wird betont: „Das Gutachten selbst wurde aber mit korrektem Namen vom Ministerium veröffentlicht.“
Auch den Corona-Nebenkrieg will das Staatssekretariat nicht gelten lassen. Ein Konnex werde „entschieden“ zurückgewiesen. Die Begründung ist bemerkenswert offen: „Für die zuständige Abteilung Produktsicherheit war eine allfällige öffentliche Rolle des Gutachters in anderen Zusammenhängen – etwa während der Corona-Pandemie – nicht relevant und auch nicht bekannt. Ausschlaggebend war seine fachliche Expertise im Bereich Pharmakologie.“
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