“Wir sind jetzt bei 200.000 Teilnehmern”, sagte die Sprecherin AFP. Es laufe alles völlig friedlich und ohne Störungen ab. In München findet derzeit die alljährliche, internationale Sicherheitskonferenz statt.

Noch offen war bis zuletzt, ob der Sohn des 1979 gestürzten Schahs, der Exil-Oppositionelle Reza Pahlavi, bei der Kundgebung sprechen würde. Pahlavi ist Gast der Münchner Sicherheitskonferenz.

Die Münchner Demonstration wird von dem Verein The Munich Circle organisiert. Sowohl auf der Theresienwiese als auch auf dem benachbarten Bavariaring seien laut Polizei viele Demonstranten unterwegs. Viele Demonstrationsteilnehmer kamen mit iranischen Fahnen, häufig waren auch Bilder von Pahlavi zu sehen. Viele Demonstranten schenkten Polizisten Blumen. Auf der Kundgebung forderten Redner einen friedlichen, demokratischen Neuanfang im Iran. Die Verantwortlichen des Mullah-Regimes müssten für ihre Taten gegen die eigene Bevölkerung verfolgt und bestraft werden.

Parallel gibt es Samstag auch Großdemos in Toronto und Los Angeles sowie den Aufruf, weltweit gegen die iranische Führung zu demonstrieren. Im Iran hatte es um den Jahreswechsel wochenlange Massenproteste gegeben, die gewaltsam niedergeschlagen wurden.

Warnung vor noch mehr Toten

Erneute Verhandlungen zwischen den USA und dem iranischen Regime gefährden nach Ansicht von Reza Pahlavi das Leben vieler Iraner, ohne eine ernste Chance zur Lösung der Probleme zu eröffnen. “Mit jedem Tag, der verstreicht, sterben mehr Iraner im Iran”, sagte der Schah-Sohn am Samstag am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz vor Journalisten. Nur eine “schnelle Intervention” werde zur Rettung von Leben und regionaler Sicherheit beitragen.

Ziel müsse es sein, die Regierung in Teheran schnell zu entmachten. “Das Regime hat immer versucht, Zeit zu gewinnen, und ich sehe keine schnellen Ergebnisse oder überhaupt Ergebnisse für die Verhandlungen. Das Problem ist die Zeit”, betonte Pahlavi. Erneut appellierte er an US-Präsident Donald Trump, seinen Worten an das iranische Volk Taten folgen zu lassen: “Sie haben eine massive Flotte eingesetzt und unmissverständlich signalisiert, dass die Zeit der Brutalität zu Ende geht.” Das iranische Volk habe Trumps Worte gehört und vertraue ihm. Trump könne sich damit “als einen der größten Helden der Welt verewigen”.

Laut Pahlavi gehen die Proteste im Iran trotz des hohen Risikos für die Menschen weiter: “Die Menschen leisten immer noch Widerstand. Das Regime setzt leider seine Verhaftungskampagne fort”, sagte er. Damit die Menschen aber wie Ende Dezember und Anfang Jänner wieder in großer Zahl auf die Straße gehen könnten, brauchten sie aber die Unterstützung aus dem Ausland.

Oman-Verhandlungen

Trump hatte zuvor erklärt, er halte einen Machtwechsel im Iran für wünschenswert: “Das scheint das Beste zu sein, was passieren könnte.” Zugleich erklärte er aber auch, dass der Iran mit einem “richtigen Deal” einen US-Angriff vermeiden könne. Bisher habe der Iran viel geredet, aber nichts getan, sagte Trump. Washington und Teheran hatten bereits im vergangenen Jahr über das iranische Atomprogramm verhandelt, die Gespräche gerieten aber ins Stocken. In der vergangenen Woche waren in Omans Hauptstadt Maskat neue Verhandlungen begonnen worden.