Autofahren wird ab 2026 grundlegend verändert. Neue EU-Vorgaben schreiben vor, dass neu zugelassene Fahrzeuge mit einer Vielzahl zusätzlicher Assistenz- und Sicherheitssysteme ausgestattet sein müssen. Die Folge: Autos werden stärker reguliert, digital vernetzt – und deutlich teurer.

Schon im Juli 2026 tritt die entsprechende EU-Verordnung in Kraft. Für Autofahrer bedeutet das nicht nur neue Technik, sondern auch eine zunehmende digitale Überwachung des Fahrverhaltens.

Notbremse greift jetzt auch bei Fußgängern

Ein zentrales Element der neuen Vorschriften betrifft die Notbremssysteme. Diese müssen ab 2026 nicht mehr nur andere Fahrzeuge erkennen, sondern auch Fußgänger und Fahrradfahrer. Erkennt das System eine Gefahr, löst es automatisch einen Bremsvorgang aus.

Bereits seit 2024 ist vorgeschrieben, dass Fahrzeuge andere Autos und bewegliche Objekte erkennen müssen. Die Anforderungen werden nun weiter verschärft.

Spurassistenten werden Pflicht – auch bei älteren Lenksystemen

Ebenfalls verpflichtend wird der Notfallspurassistent. Dieser warnt Fahrer beim unbeabsichtigten Verlassen der Spur und greift aktiv ins Lenksystem ein.

Neu ist dabei: Auch Fahrzeuge mit hydraulischer Servolenkung, die bislang oft von solchen Systemen ausgenommen waren, müssen ab 2026 mit einem Spurassistenten ausgestattet sein.

Bereits seit Januar gelten zudem neue Pflichten für Busse und Lastkraftwagen. Diese müssen mit sogenannten Unfalldatenschreibern ausgestattet sein, die anonymisierte Fahrdaten erfassen. Für Pkw ist diese Regelung bereits seit 2024 in Kraft.

Zusätzlich müssen neu entwickelte Lkw- und Bustypen über Abbiegeassistenten verfügen. Diese Systeme sollen erkennen, ob sich Radfahrer im toten Winkel befinden.

Autos senden Notrufe jetzt über 4G und 5G

Eine weitere Neuerung betrifft das Next-Generation-eCall-System. Dieses gilt ab 2026 für neu zugelassene Pkw.

Kommt es zu einem Unfall, wird automatisch ein Notruf abgesetzt – nicht mehr über das frühere 2G- oder 3G-Netz, sondern über 4G oder 5G. Damit sind Fahrzeuge neuer Generationen ständig mit dem Mobilfunknetz verbunden und technisch ortbar.

Bereits seit 2024 müssen Fahrzeuge zudem technisch auf den Einbau einer Alkoholsperre vorbereitet sein. Diese kann verhindern, dass ein Auto gestartet wird, wenn der Alkoholgehalt in der Atemluft zu hoch ist.

In Deutschland ist bislang – anders als in Frankreich – jedoch nicht vorgeschrieben, dass Fahrer ein entsprechendes Messgerät mitführen müssen. Das nächste umfassende Regulierungspaket ist bereits für 2029 angekündigt.

Neuwagen kosten immer mehr vom Einkommen

Die zunehmende Regulierung hat ihren Preis. Durch die Vielzahl verpflichtender Assistenzsysteme werden Neuwagen immer teurer.

Laut DAT-Report kostet ein Neuwagen inzwischen durchschnittlich 80 Prozent des Einkommens der Käufer. Vor fünfzig Jahren lag dieser Anteil noch bei weniger als der Hälfte.

Parallel zu den technischen Vorgaben steigen auch die laufenden Kosten. Grund ist die CO₂-Abgabe, die Benzin und Diesel verteuert.

Für das laufende Jahr soll der Preis für eine Tonne Kohlenstoffdioxid zwischen 55 und 65 Euro liegen. Der ADAC rechnet mit bis zu drei Cent Mehrkosten pro Liter.

Bereits zum Jahreswechsel zeigte sich der Effekt: Der bundesweite Tagesdurchschnitt für einen Liter Diesel lag an Neujahr vier Cent höher als noch an Silvester – bei 1,658 Euro pro Liter. Schon vor dem Jahreswechsel kam es zu spürbaren Preiserhöhungen.