Akademikerball: Vermummte Gestalten auf dem Selbsterfahrungstrip
Wer am Abend des 20.02.2026 im ersten Bezirk etwas unternehmen will, der sei gewarnt. An diesem Tag wird es wie jedes Jahr Randale geben, denn die linksradikale Antifa ist auf dem Kriegspfad. Es geht wieder einmal gegen den Akademikerball, eine Veranstaltung der Freiheitlichen Partei. Wenn Burschenschafter feiern wollen, drehen die linken Bürgersöhnchen und -töchterchen durch. Jedes Jahr dasselbe lächerliche Schauspiel.
Würde die Plattform „Offensive gegen rechts“, auf der sich diverse linksradikale Organisationen zusammengeschlossen haben, nicht jedes Jahr randalieren, kaum jemanden würde der jährliche Ball der Burschenschaften auffallen. Denn seine Besucher sind zivilisierte Leute, die festlich gekleidet und gesittet in die Hofburg einziehen, so wie es nun einmal Ballgäste tun. Zu einem Skandal wird das Ballereignis von den Linksradikalen gemacht. Ganz offensichtlich geht es ihnen nicht um die FPÖ-Veranstaltung. Es geht ihnen in erster Linie um sich selbst, um die Befriedigung ihres narzisstischen Geltungsbedürfnisses.
Eine therapeutische Maßnahme für depressive Bürgerkinder
Beim jährlichen Aufmarsch der Antifa geht es um Therapie. Gelangweilte Sprösslinge aus gutem Haus, die ihren biederen Eltern zeigen wollen, wie unangepasst und revolutionär sie sein können, dürfen in einem psychodramatischen Setting ihre Gefühle zeigen, sich wichtig machen und das bürgerliche Milieu provozieren, aus dem sie selber kommen. Was wir hier sehen, ist seiner Funktion nach ähnlich dem „Indianer- und Cowboy-Spiel“, das Kinder früher getrieben haben, um durch das Sich-Versetzen in Heldenrollen Selbstbewusstsein zu tanken. Bei den Aktionen der „Offensive gegen rechts“ geht es aber auch um Gemeinschaftsgefühl und Sinnerfahrung. Gelangweilte junge Menschen, die sich träge und desinteressiert durch ein Studium quälen, kommen einmal aus der Einsamkeit ihrer Studentenbude heraus und können etwas erleben. Es ist aufregend, sein depressives Ich in einer Gruppe von Gleichgesinnten aufgehen zu lassen und von der emotionalisierten Meute mitgerissen zu werden. Vermummt und hinter bunt bemalten Bettlaken gut versteckt, zieht man durch die Straßen und über die Plätze der Innenstadt, schreit Parolen wie „Hoch die internationale Solidarität“, behindert den klimafeindlichen Autoverkehr, wirft wie zu Silvester mit Rauchbomben um sich und feuert ein wenig Pyrotechnik ab – was kann es Schöneres geben, wenn man außer den Seminaren zur Gendertheorie, dem Treffen der Palästina-Solidaritätsgruppe und der Therapiestunde beim Psychologen keine anderen Wochenhöhepunkte hat.
Eine karnevaleske Aktionseinheit gegen rechts
In der „Offensive gegen rechts“ haben sich linksradikale Organisationen zusammengeschlossen, die außerhalb der Universitäten und der Subkultur der „antikapitalistischen Kampfverbände“ kein Mensch kennt. So finden sich dort Gruppen wie der „Kommunistische Studentenverband“, die „Konföderation der unterdrückten Migranten in Europa“, die „Revolutionäre Kommunistische Partei“ und die „Partei der Arbeit“. Letzte ist eine Abspaltung der KPÖ. Die unter der Führung von Tibor Zenker stehende Gruppe hat sich von der KPÖ getrennt, weil ihr diese zu „rechts“ war. Geworden ist daraus eine kleine, aber feine Glaubensgemeinschaft, ähnlich den Zeugen Jehovas, die sich einmal pro Woche zur Marxexegese im düsteren Parteilokal trifft. Tibor Zenker ist übrigens der Mann, der mit Andreas Babler und anderen Funktionären der Sozialistischen Jugend das Jahrhundertwerk „Stamokap heute“ verfasst hat. Interessant sind darin vor allem die Passagen über Josef Stalin und seine Zeit. Akribisch wird dort analysiert und dargelegt, dass Stalin zwar Fehler gemacht habe, aber auch viele richtige Initiativen gesetzt hat, zum Beispiel die Enteignung und Deportierung der Kulaken. Dieser wichtigen Aktion sind rund vier Millionen Menschen zum Opfer gefallen. Aber was tangiert dies junge Menschen, die dermaßen Großes vorhaben, wie die Erlösung der Welt vom monopolkapitalistischen Zwangssystem. Und so kann es uns auch nicht überraschen, dass im Umfeld von Antifa-Kundgebungen Slogans wie „Demokratie ist nicht viel, Sozialismus ist das Ziel“ auftauchen. Man merkt daran sofort, dass hier ehrliche Aktivisten unterwegs sind, die „unsere Demokratie“ vor „antidemokratischen Kräften“, die auf dem Akademikerball tanzen, beschützen wollen.
Gibt es die Antifa oder ist sie nur eine Fantasie?
Die Antifa ist die prägende Kraft hinter der Plattform „Offensive gegen rechts“. Sie bestimmt die gewählten Aktionsformen, die Programmatik und die Ästhetik der Aktionsgemeinschaft. Das sieht man sofort daran, dass sich die Manifestanten, ganz im Stil der Antifa, hinter bunt bemalten Leintüchern verschanzen und schwarze oder rote Sturmhauben tragen. Wer auf sich hält, kleidet sich monochrom schwarz. Der Begriff Antifa insinuiert zwar, dass es der Gruppe um den Kampf gegen den Faschismus geht, tatsächlich richten sich ihre Aktionen gegen „das kapitalistische System“ und haben die „Enteignung des Monopolkapitals“ zum Ziel, also den totalen Systemsturz. Die bürgerliche Demokratie soll liquidiert und an ihrer Stelle ein leninistisches Rätesystem installiert werden. Für die Bürger hat das den Vorteil, dass sie sich die äußerst mühsamen Wahlsonntage ersparen, sich aber zum Ausgleich dafür in langweilige und ewig dauernde Basisgruppen setzen müssen. Das heißt, die Situation verschlechtert sich beträchtlich, weil man sich in einem hyperdemokratischen System wiederfinden wird, in dem sich das politische Engagement nicht an zwei bis drei Wahltagen im Jahr erledigen lässt, sondern auf Permanenz gestellt ist. Jeden Tag politische Diskussionen wie einst in den studentischen Wohngemeinschaften der 1960er Jahre. Ein solches System ist nicht die Erlösung, außer man ist sozialistischer Gewerkschafter, sondern die Hölle auf Erden, noch weitaus schlimmer als eine unendliche Meditationsgruppe im buddhistischen Zentrum.
Was will die Antifa?
Die Antifa will den Systemsturz, und zwar mit allem Mitteln. Hätten die Identitären von Martin Sellner ein Programm wie die Antifa gehabt, sie würden alle noch immer im Gefängnis sitzen. Warum? Weil sich die Antifa zur Militanz bekennt, zur Durchsetzung ihrer politischen Ziele mit subjekt- und objektbezogener Gewalt. In programmatischen Schriften, die im Magazin „Antifaschistisches Infoblatt“ regelmäßig abgedruckt werden, findet man Passagen wie: „Vielmehr wollen wir den Anlass nutzen und einige Thesen formulieren, um die antifaschistische Praxis, die Gewalt als politisches Mittel im Zuge geplanter Aktionen einsetzt, besser und sicherer zu machen.“ Und weiter: „Wir bekennen uns zu subjektbezogener Gewalt als legitimes Mittel des antifaschistischen Kampfes“. Interessant auch die explizite Formulierung: „In unserem politischen Alltag leiten uns nicht die Regeln des bürgerlichen Rechts- und Strafsystems.“ Liest man diese Zeilen, dann wird einem schnell klar, dass nicht die, die in der Hofburg tanzen die Gefährlichen sind, sondern die, die draußen demonstrieren.
Die Praxis der Antifa
Wie die Antifa vorgeht, hat sie zuletzt am Rande des Grazer Akademikerballs demonstriert. Ein Ballbesucher wurde am Heimweg überfallen, seine Couleur-Kappe wurde ihm vom Kopf gerissen und er landete am Ende schwer verletzt und bewusstlos am städtischen Betonboden. Ähnliche Fälle gab es in den letzten Jahren zuhauf. Wobei man sagen muss, dass die Brutalität der Gewalttaten in Deutschland weitaus schlimmer ist. Dort hat die sogenannte „Hammerbande“ Andersdenkende gleich mit Hämmern niedergeschlagen. Die Transfrau „Maya“ wurde für das Delikt des versuchten Totschlags in Ungarn gerade mit milden acht Jahren Gefängnis bestraft. Nach den Vorfällen der Vergangenheit musste der Veranstalter des Akademikerballes, Udo Guggenbichler, ein Sicherheitskonzept entwickeln, damit die Gäste den Nachhauseweg unverletzt überstehen. Das ist Wien im Jahr 2026. Man fasst es nicht. Wie bei den radikalen islamistischen Gruppen kommt es auch bei den Linksradikalen zur Verbindung von legalistischen und extremistischen Einheiten. Der legalistische Arm der Gruppe findet sich an den Hochschülerschaften der Universitäten. Beispielsweise wurden nach der Verurteilung von Antifa-Gewalttätern im Jahr 2023 vom VSStÖ Anträge in ÖH-Gremien gestellt, die forderten, die „Justizopfer“ materiell zu unterstützen. Ob sie beschlossen wurden, ist nicht bekannt. Auch die SJ Wien aber auch kommunistische Organisationen wie die „Rote Hilfe“ tauchen immer wieder im Kontext der Antifa auf. Interessant wäre es, diese Netzwerke näher zu durchleuchten, denn möglicherweise reichen die Kontakte der Linksradikalen weiter ins legalistische linke Organisations- und Parteienspektrum hinein, als Polizei und Gerichten bekannt ist.
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