Viele der Männer sind jung. Einige sprinten durch das flache Wasser, andere waten bis zu den Knien ins Meer, um sich einen Platz auf den gefährlich überladenen Dinghys zu sichern.

Künftig sollen anerkannte Flüchtlinge eine Aufenthaltserlaubnis für 30 Monate erhalten. Danach müssen sie erneut einen Antrag stellen – oder zurückkehren, wenn ihr Herkunftsland als sicher gilt.

Mahmood betont: „Dieses Land wird denen, die vor Krieg und Verfolgung fliehen, immer Schutz bieten.“

Zugleich fügt sie hinzu, man müsse sicherstellen, „dass unser Asylsystem keine Anreize schafft, die Menschen zu gefährlichen Reisen rund um die Welt bewegen und die Menschenhändler befeuern und finanzieren“.

Und weiter: „Echte Flüchtlinge werden in Großbritannien Sicherheit finden, aber wir müssen auch die Anreize verringern, die Menschen in diesem Ausmaß hierher ziehen.“

Wer nach Ablauf der 30 Monate bleiben will, muss neu beantragen. Wer keinen Schutzanspruch mehr hat und freiwillig nicht ausreist, soll abgeschoben werden.

Kritik: Kaum praktische Wirkung

Wie Daily Mail berichtete, halten Kritiker die Reform für wirkungslos. Auch künftig können Betroffene gegen Abschiebungen klagen – unter Berufung auf die Europäische Menschenrechtskonvention.

Der konservative Schatten-Innenminister Chris Philp erklärt: „Diese Asyländerungen werden keinen Unterschied machen, solange Großbritannien in der EMRK ist.“

Und weiter: „Illegale Einwanderer werden weiterhin in das Vereinigte Königreich strömen, und sie alle paar Jahre erneut einen Asylantrag stellen zu lassen, wird das nicht stoppen.“

Seine Schlussfolgerung: „Der einzige Weg, das zu beenden, ist der Austritt aus der EMRK und die Abschiebung illegaler Einwanderer innerhalb einer Woche nach ihrer Ankunft hier.“

Einsatz im Ärmelkanal

Während die politische Debatte läuft, sind die britischen Behörden im Einsatz.

Mindestens ein Boot wird mitten im Ärmelkanal von Schiffen der Border Force aufgenommen und nach Ramsgate gebracht. Der Katamaran Ranger erreicht gegen 14 Uhr den Hafen in Kent, kurz darauf folgt die Hurricane. Ein drittes Schiff, die Defender, ist ebenfalls im Einsatz.

Das lässt darauf schließen, dass die Zahl der Ankommenden an diesem Tag erheblich sein könnte.

Auf Fotos vom Strand zeigen sich einzelne Männer entspannt: Einer formt ein „Peace“-Zeichen mit der Hand, ein anderer winkt in die Kamera, während das Boot die Küste verlässt.

Die Zahlen hinter der Krise

Seit Beginn der sogenannten Kanal-Krise im Jahr 2018 sind rund 195.000 Migranten mit kleinen Booten nach Großbritannien gelangt. Entfernt wurden bislang nur etwa fünf Prozent.

Im Jahr 2025 wurden 46.497 illegale Einreisen registriert – ein Anstieg von sieben Prozent im Vergleich zum Vorjahr. 41.472 davon erfolgten per Kleinboot über den Ärmelkanal, ein Plus von 13 Prozent. Der Rest kam über verdeckte Routen, etwa versteckt in Lastwagen.

Nur 2.550 Small-Boat-Migranten wurden im selben Jahr abgeschoben.

Gleichzeitig stieg die Zahl der positiven Asylentscheidungen deutlich: Knapp 55.000 Menschen erhielten bis Dezember einen Schutzstatus oder eine andere Aufenthaltserlaubnis – 35 Prozent mehr als im Vorjahr, aber 14 Prozent unter dem Höchststand von 2023.

Die größten Gruppen unter den anerkannten Schutzberechtigten:

-Eritreer: knapp 8.700

-Sudanesen: rund 7.000

-Iraner: etwa 6.900

Insgesamt wurden 101.000 Asylanträge gestellt – nur vier Prozent weniger als im Vorjahr, weiterhin auf sehr hohem Niveau.

Besonders stark stiegen die Anträge aus Somalia: 4.777 Fälle, ein Plus von 255 Prozent. Auch bei Äthiopiern (2.096, +123 Prozent), Eritreern (8.948, +83 Prozent) und Sudanesen (5.869, +25 Prozent) gab es deutliche Zuwächse.

Rund 70.000 Verfahren liegen bei den Berufungsgerichten. Mehr als 31.000 Migranten sind weiterhin in Hotels untergebracht. Knapp 73.000 leben in anderen Unterkünften, etwa in Wohnungen zur Selbstverpflegung.

„One in, one out“ ohne Effekt

Ein zentrales Element der aktuellen Strategie ist das Abkommen mit Frankreich nach dem Prinzip „one in, one out“.

Vor Abgeordneten räumte Mahmood ein, das Programm habe „offensichtlich noch keine Wirkung auf die Zahlen gezeigt“.

Bislang wurden 367 Migranten im Rahmen der Vereinbarung nach Großbritannien gebracht, 305 im Gegenzug entfernt.