Er ist mit 70 Millionen verkauften Büchern der einflussreichste Kinderbuchautor im deutschsprachigen Raum nach Astrid Lindgren („Pipi Langstrumpf“) und Erich Kästner („Das fliegende Klassenzimmer“). So authentisch hat man Thomas Brezina selten gehört. Im Video-Podcast von Medienexperte Gerald Fleischmann auf „krone.tv“ sagt der Star-Autor: „Zum Smartphone: Jeder von uns ist abhängig und ich glaube nicht dass sich Kinder daran gewöhnen sollten. … bei sozialen Medien bin ich absolut dagegen. Also da finde ich die Einschränkung bei 13, 14 Jahre berechtigt.“ Auf Fleischmanns Frage nach einem Verbot: „Ja, ich weiß ich mach mir damit keine Freunde“, fügt aber an, dass ein bewusster Umgang von Kindern mit sozialen Medien mindestens ebenso wichtig sei. Brezina: „Fakenews, Hass im Netz … da ist meine tiefste Überzeugung, das müssen die Schulen zeigen, lehren und unterrichten, denn es ist da und wir können es nicht wegzaubern.“

Brezina holt auch gegen ein aktuelles Phänomen ordentlich aus: „Hinzu kommen heute die Helikoptereltern, die ihre Kinder ständig von allem fernhalten wollen – das sehe ich mit gemischten Gefühlen.“ Auf die Frage, ob es ihn schmerzt, dass ihm der ORF die Budgetmittel für sein Kinder-TV gekürzt hat, weshalb er seine Firma zusperren musste: „Ja natürlich! Das ist sehr schade.“

„Ich habe sehr gelitten“

„Ich habe sehr darunter gelitten“, sagt Brezina, weil er lange Zeit immer als Kinderbuchautor abgestempelt wurde, und er gibt zu, „dass ich Phasen in meinem Leben hatte, die wirklich nicht schön waren.“

APA/EVA MANHART

Fleischmann legt es tiefgründig an: Es gäbe eine schweigende Mehrheit, die sagt, sie wird nicht mehr gehört, weil sich die Politik nur mehr um Minderheiten kümmern würde. Das würde von US-Präsident Donald Trump und auch Bewegungen in Europa vorgebracht. Ob er das nachvollziehen kann? Brezina: „Das, was Sie geschildert haben, ist durchaus nachvollziehbar. Das Pendel schlägt immer in eine Seite aus, und es kommt immer eine Gegenbewegung.“ Wie sieht der Autor das Gendern? „Ich verwende Überbegriffe. ich halte es für wichtig, es in seiner Ganzheit zu zeigen, aber nicht krampfhaft.“