Aufregung um Beate Meinl-Reisinger: Eigene Loge für Opernball
Außenministerin Beate Meinl-Reisinger ist in diesem Jahr die einzige Regierungsvertreterin mit einer eigenen Loge beim Opernball. Während viele Kabinettsmitglieder abgesagt haben, empfängt sie Staatsgäste aus Albanien und den Philippinen. Klar ist dabei: Nur die beiden Ehrenlogen sind kostenlos – alle weiteren Logen müssen bezahlt werden.
Am Donnerstag wird in der Wiener Staatsoper wieder das „Staatsgewalze“ eröffnet, doch der politische Auftritt fällt dieses Jahr überraschend schlank aus. Kanzler Christian Stocker (ÖVP) fehlt wegen eines EU-Termins in Brüssel, und viele Minister haben abgesagt. Eine jedoch setzt ein deutliches Zeichen: Außenministerin Beate Meinl-Reisinger (NEOS) ist die einzige Regierungspolitikerin, die mit eigener Loge erscheint. Und das bei Logenpreisen von 26.000 Euro, wie oe24 berichtet.
Nur zwei Logen sind gratis
Grundsätzlich erhalten nur der Bundespräsident und der Bundeskanzler eine kostenlose Ehrenloge. Der Grund: Die Regierung bildet das „Ehrenpräsidium“ und der Bundespräsident übernimmt den „Ehrenschutz“ des Opernballs.
Alle anderen Logen müssen selbst finanziert werden. Und billig ist das Spektakel nicht: Eine Rangloge kostet dieses Jahr 26.000 Euro. Eine Eintrittskarte kostet 410 Euro. Dazu kommt die Konsumation – vom Opernball-Würstel um 18 Euro bis zum Glas Champagner um bis zu 39 Euro. Auch die Regierungsmitglieder in der offiziellen Loge müssen ihre Konsumation selbst bezahlen.
Meinl-Reisinger mit diplomatischem Auftritt
Als einzige Regierungspolitikerin hat Außenministerin Beate Meinl-Reisinger dieses Jahr eine eigene Loge. Sie nutzt den Opernball für diplomatische Kontakte und empfängt ihre Amtskolleginnen aus Albanien, Elisa Spiropali, und den Philippinen, Maria Theresa Parreño Lazaro. Aus dem Außenministerium heißt es dazu: „Beide Staaten sind wichtig in unserer Diplomatie.“ Und weiter: „In einer geopolitisch fragmentierten Welt sind verlässliche Partner in Europa wie im Indo-Pazifik von zentraler Bedeutung.“ Das Ministerium betont zudem: „Wir setzen auf dem Opernball ein politisches Statement.“ Denn: „Der Opernball ist nicht nur ein kulturelles Aushängeschild Österreichs, sondern auch ein Ort gezielter diplomatischer Beziehungspflege.“
Albanien gilt als EU-Beitrittskandidat und wird gemeinsam mit Montenegro als Vorreiter im EU-Beitrittsprozess bezeichnet. Österreich zählt zu den größten Investoren im Westbalkan, besonders im Finanz- und Energiebereich. Zudem lebt eine große albanische Diaspora in Österreich und es bestehen seit 30 Jahren Bildungskooperationen.
Auch die Philippinen spielen eine wichtige Rolle: Sie zählen zu den am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften im ASEAN-Raum, übernehmen 2026 den ASEAN-Vorsitz und sind Gastgeber des 50-jährigen EU-ASEAN-Jubiläums. Zudem gelten sie als zentraler Partner der österreichischen Fachkräfteoffensive, insbesondere im Pflege- und Gesundheitsbereich.
Babler bringt Freund mit
Während Meinl-Reisinger Staatsgäste empfängt, setzt Vizekanzler und Kulturminister Andreas Babler (SPÖ) andere Akzente: Er erscheint ohne ausländischen Ehrengast, dafür mit seinem Freund Max Minichmayr. In der Regierungsloge sind neben Babler auch Infrastrukturminister Peter Hanke (SPÖ) sowie von ÖVP-Seite Staatssekretärin Elisabeth Zehetner und Staatssekretär Alexander Pröll anwesend, da der Kanzler verhindert ist.
Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP) ist nicht anwesend. Viele andere Regierungsmitglieder haben ebenfalls abgesagt, da die jeweiligen Logen aus dem eigenen Budget bezahlt werden müssen.
Kosten erst nach dem Ball fix
Wie teuer der Auftritt beim Opernball am Ende tatsächlich wird, steht erst nach der Veranstaltung fest. Neben der Logenmiete fallen Kosten für Eintrittskarten und Bewirtung an.
Ein Blick auf das Vorjahr zeigt, welche Summen möglich sind: 2024 gaben der damalige Arbeitsminister Martin Kocher und der damalige Außenminister Alexander Schallenberg gemeinsam rund 65.000 Euro für den Ballabend aus. Kocher kam auf 30.330 Euro, Schallenberg auf 33.986 Euro. Der Opernball-Besuch von Finanzminister Magnus Brunner kostete 2023 sogar 45.785 Euro.
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