Der Terrorist Ahmad G. (23) wird von der IS-Propagandaplattform al-Saif Media als Vorbild gefeiert. Der Syrer hatte am 15. Februar in Villach wahllos mit einem Messer auf Passanten eingestochen, einen 14-jährigen Buben getötet und vier Menschen verletzt, von denen drei später auf der Intensivstation behandelt werden mussten.

„Lasst uns abschlachten“

Nun zeigt ein neues Plakat im IS-nahen Medium al-Saif (auf Deutsch: „Das Schwert“) den Täter als Helden – verbunden mit dem Aufruf an Gesinnungsgenossen: „Let’s Slaughter“ („Lasst uns abschlachten“). Damit ruft der IS offen zur Nachahmung auf. Solche Botschaften sind keine Randerscheinungen, sondern gezielte Terrorverherrlichung, die immer wieder neue Täter anstacheln soll.

„Jeder Schlag, den Ihr austeilt, erschüttert Allahs Feinde“

Wörtlich heißt es auf dem Plakat:

„O Soldaten Allahs! Ihr seid die Vorhut der Ehre, der Schild der Unterdrückten und das Schwert der Gerechtigkeit für eure muslimischen Brüder und Schwestern auf der ganzen Welt. Jeder Schlag, den Ihr austeilt, erschüttert die Feinde Allahs mehr als ihre schwersten Bomben. Verlasst euch also allein auf Ihn und schreitet vorwärts, ob leichten oder schweren Herzens, in dem Wissen, dass der Sieg und die Ehre denen gehören, die für Seine Sache kämpfen.“

X/@TRACTerrorism

Berufung auf Koran, der heilige Buch des Islam

Auch zwei Verse aus dem Koran. Der eine stammt aus der Sure at-Tauba (auf Deutsch: Reue), in der die Muslime zum Abbruch der Beziehung zu den Polytheisten und Heuchlern aufgerufen werden. Der zitierte Vers Nummer 14 erklärt: „Kämpft gegen sie! Allah wird sie durch eure Hände strafen, sie in Schande stürzen, euch zum Sieg über sie verhelfen und die Brüste von gläubigen Leuten heilen!“

Ebenso wird der 17. Vers aus der Sure al-Anfāl („Die Kriegsbeute“) zitiert. Möglicherweise sollen sich die Islamisten als Instrument Allahs sehen, denn er lautet: „Nicht Ihr habt sie getötet, sondern Allah hat sie getötet. Und nicht du hast geworfen, als du geworfen hast, sondern Allah hat geworfen, und damit Er die Gläubigen einer schönen Prüfung von Ihm unterziehe. Gewiss, Allah ist allhörend und allwissend.“

GETTYIMAGES/guenterguni

Aufruf zur Attentaten mit Fahrzeug: „Überfahr sie!“

Das IS-nahe Medium al-Saif verbreitet darüber hinaus Plakate, die gezielt zu Anschlägen mit Fahrzeugen aufrufen – in Berlin, München, Frankfurt, Brüssel, Antwerpen sowie in Wien und Salzburg. Ein Bild zeigt einen Autofahrer, der in eine Menschenmenge rast. „Überfahr sie!“, lautet die blutige Anweisung.

In mehreren Sprachen ruft der IS Islamisten zu Anschlägen auf unschuldige Zivilisten in ganz Europa auf.X/@TRACTerrorism

Wörtlich steht dort (unter anderem auf Deutsch): „Worauf wartest du? Die Straßen sind voller Ziele! Überfahre sie!!“ Solche Bilder sollen gezielt Einzeltäter motivieren, ohne lange Planung zuzuschlagen – ein Muster, das sich bereits bei vielen Anschlägen der vergangenen Jahre zeigte.

Wo bleibt der Innenminister?

Die Terrorpropaganda eskaliert. Eine Frage drängt sich auf: Wo bleibt die entschlossene Reaktion der Politik? Während der IS offen zum Mord aufruft und auch österreichische Städte ins Visier nimmt, herrscht erschreckendes Schweigen.

Die Polizei meldet ist nach jedem Anschlag zur Stelle – doch was geschieht präventiv? (v.l.n.r.) Landespolizeidirektorin Michaela Kohlweiß, Innenminister Gerhard Karner (ÖVP), Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ) und Bürgermeister Günther Albel (SPÖ) bei einer gemeinsamen Pressekonferenz nach dem Terroranschlag in Villach.APA/GERD EGGENBERGER

Behörden und Politik dürfen angesichts dieser unverhohlenen Drohungen gegen Österreich und seine Bürger nicht untätig bleiben. Von Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) ist bis bisher nichts dazu zu hören.

Fest steht: Es braucht konsequentes Vorgehen gegen dschihadistische Netzwerke und Gefährder. Weil das bisher gefehlt hat, verschlechtert sich unsere Sicherheitslage dramatisch.

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Kommentare

  • Martha sagt:

    Wie schön wäre es Russlsnd als großen Freund Eurooas an der Seite zu haben. Die Verteidigung Europas Außengrenzen könnte wie eine Festung stehen. Jetzt rüstet Europa sogar gegen Russland auf. Dabei ist der Feind ganz woanders. Er ist um 1000x gefährlicher als Russland.

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  • 650 sagt:

    freitag, samstag, sonntag wäre noch zeit für ein wenig wahlwerbung

    1. 650 sagt:

      mit deutschen qualitätsprodukten z.b. aus
      ingolstadt, münchen, stuttgart oder solingen……

  • ChrisDeJohn sagt:

    ich sehe ka..er klatschen vor freude aber was noch viel schlimmer ist das das volk so etwas zulässt was all diese jahre passiert.

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  • Fridolin sagt:

    Wenn sich zwei Schläfer treffen, ist es eine Katastrophe.

  • Gretl🤣 sagt:

    Der kapiert es nichtede da ist jede Mühe umsonst !!!

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  • Chris sagt:

    Mal was anderes dazu, und das gilt für die meisten Artikel.

    Auf der ORF News Seite ist von diesem Vorfall absolut NICHTS zu lesen. Wenn dann doch auch über gewisse Vorfälle berichtet wird, dann wird alles nach links verdreht. Allein schon der Artikel über Trump heute.

    Ja, hier wird einiges zensiert, aber zumindest erfährt man etwas Wichtiges und nicht wieviel Räder in China umfallen.

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  • Herr Karner, sagt:

    warum gibt es eine hohe Anzahl von sogenannten Gefährdern, die bei uns frei herumlaufen? Wieso werden die nicht abgeschoben?

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  • Bitcane sagt:

    Unsere Gesetze sind das Papier nicht wert, auf das sie geschrieben wurden. Politiker können unser Land an die Wand fahren, es gigt keine Haftung, es gibt keine Konsequenzen, aber wehe es wagt jemand bei Facebook einem Politiker seinen Zorn zu zeigen, dann gibts eine Hausdurchsung und Anklage wegen “Hassverbrechen”.

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    1. Rudolf sagt:

      In solchen Situationen tät sich der Karner am liebsten selbst in den eigenen Hosensäckel stecken um unsichtbar zu sein…
      Nützt aber – er ist dafür zuständig!

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  • Maria Englstorfer sagt:

    Jahrzehntelang war das Innenministerium (bis auf kurze Unterbrechung) in ÖVP Hand. Sie haben also die Situation zu 100% zu verantworten, wie wir sie heute sehen. Die Bevölkerung wurde/wird nicht mehr ausreichend geschützt und illegal Eingewanderte ohne Konsequenzen akzeptiert und auf unsere Kosten versorgt. So empfinde ich es.

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  • Herr Karner, … sagt:

    … hätte der Syrer nicht längst schon in seiner befreiten Heimat sein sollen? Was muss noch geschehen, damit Sie tätig werden?

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