Blair warnt: Linke muss „unheilige Allianz mit Islamisten“ beenden
Der britische Ex-Premier Tony Blair schlägt Alarm: Der Antisemitismus explodiert – und die Politik schaut weg. Schuld sei nicht nur der Extremismus, sondern eine gefährliche Allianz mitten im Westen. Seine Vorwürfe richten sich vor allem gegen die politische Linke.
Tony Blair war von 1997 bis 2007 Premierminister des Vereinigten Königreichs und gilt als prägende Figur der britischen Labour-Partei.APA/AFP/FABRICE COFFRINI
Tony Blair rechnet mit der westlichen Linken ab: Von einer „buchstäblich unheiligen Allianz zwischen Teilen der Linken und Islamisten“ spricht der frühere britische Premier. Genau diese Allianz treibe den modernen Antisemitismus an, warnt Blair – und werde von vielen progressiven Politikern aus Angst vor dem Druck von Aktivisten und Teilen der muslimischen Gemeinschaft nicht entschieden bekämpft. Dabei führe die Ideologie der Islamisten laut Blair „unweigerlich zu Antisemitismus“.
Antisemitismus auf Rekordniveau
Blair verweist auf alarmierende Zahlen: Allein in Großbritannien wurden zuletzt mehr als 3.700 antisemitische Vorfälle registriert. Ähnliche Entwicklungen zeigen sich in Frankreich, Deutschland und den Niederlanden.
Doch statt konsequent zu handeln, bleibe es bei Symbolpolitik. Nach jedem Angriff folge eine „ritualisierte Verurteilung“, kritisiert Blair in seinem Beitrag für The Free Press – ohne jede Wirkung.
Juden werden zur „legitimen Beute“
Der eigentliche Mechanismus liegt tiefer: Teile der Linken stellten jüdische Gemeinschaften pauschal als Unterstützer Israels dar. Die Folge: Juden würden zunehmend zu „legitimer Beute“ („fair game“).
In der aufgeheizten Gaza-Debatte werde laut Blair systematisch Kontext ausgeblendet – insbesondere der Terror vom 7. Oktober.
Blair: „Ich weiß nicht genau, wie die Reaktion der Menschen in Großbritannien ausfallen würde, wenn wir eines Tages aufwachten und zwischen 6 Uhr morgens und Mittag 1.200 unserer Bürger ermordet worden wären, darunter junge Menschen auf einem Musikfestival, Frauen vergewaltigt und andere als Geiseln verschleppt worden wären (und für Großbritannien wären die Zahlen, gemessen an der Bevölkerungsgröße, viel höher). Aber ich vermute, es gäbe die totale Entschlossenheit, dass diejenigen, die dafür verantwortlich sind, als Bedrohung beseitigt werden – und nichts würde uns davon abhalten.“
Brisante Umfrage: Muslime zweifeln am Hamas-Massaker
Besonders brisant: Eine Umfrage zeigt, dass nur 24 Prozent der britischen Muslime glauben, dass die Angriffe vom 7. Oktober so stattgefunden haben wie berichtet. Einige halten sie sogar für eine Inszenierung.
Gleichzeitig werde Israel dämonisiert – ohne die Bedrohung durch Hamas, Hisbollah oder den Iran mitzudenken.
Politiker schweigen aus Angst
Blairs Vorwurf ist deutlich: Viele progressive Politiker wüssten das – trauten sich aber nicht, es offen auszusprechen. Der Druck von Aktivisten und Teilen der muslimischen Community sei zu groß.
Das Ergebnis: ein Klima, in dem Antisemitismus nicht offen gebilligt, aber faktisch geduldet wird.
„Es geht um Wahrheit und Vernunft“
Für Blair steht mehr auf dem Spiel als nur die Sicherheit jüdischer Bürger: „Es steht mehr auf dem Spiel als nur die Verteidigung Israels. Es geht darum, die Vernunft zu verteidigen. Die Fakten zu verteidigen. Sich gegen Lärm und Einschüchterung zu stellen und auf der Wahrheit zu bestehen.“
Seine Warnung ist klar: Solange die ideologischen Ursachen nicht bekämpft werden, wird der Judenhass weiter wachsen – mitten in Europa.
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