Der Guardian zitierte am Donnerstag Abgeordnete, denen zufolge Starmer keine lange Amtszeit mehr vor sich habe. BBC kommentierte: „Starmer kann sich solche Tage nicht mehr leisten.” Die jüngst veröffentlichten Dokumente aus den Epstein-Akten legen eine enge Freundschaft zwischen Mandelson und Epstein nahe.

Noch schlimmer: E-Mail-Verläufe sollen zeigen, dass der britische Ex-Wirtschaftsminister während der Finanz- und Wirtschaftskrise sensible Informationen an den US-Investor weitergegeben hat. Der Politiker hat sich zu diesen Vorwürfen bisher nicht geäußert, inzwischen ermittelt auch die Polizei.

„Prince of Darkness“ und Epstein-Fragen: Was wusste Starmer wirklich?

Im Februar 2025 wurde der ehemalige EU-Kommissar von der Starmer-Regierung zum britischen Botschafter in den USA ernannt. Der 72-jährige Mandelson, der wegen seines Machtstrebens den Spitznamen „Prince of Darkness” erhalten hatte, galt damals als taktisch kluge Wahl, um britische Interessen bei US-Präsident Donald Trump durchzusetzen. Die entscheidende Frage ist nun, welche Details aus der Epstein-Verbindung Starmer und seinem Stab bekannt waren.

Starmers unsichere Zukunft

„Selbst Starmers Verbündete sind sich über seine Zukunft unsicher“, schrieb die bestens vernetzte Politikredakteurin Beth Rigby vom Sender Sky News. Am Mittwochabend hatte das Unterhaus des Parlaments in London ohne Gegenstimmen beschlossen, dass die Dokumente zu Mandelsons Ernennungsverfahren veröffentlicht werden müssen. Informationen, die der nationalen Sicherheit oder den internationalen Beziehungen schaden könnten, sollen allerdings ausgenommen sein. Unter dem großen Druck musste Starmer jedoch Zugeständnisse machen.

Mandelson war schon im vergangenen Jahr in Ungnade gefallen, weil er Verbindungen zu Epstein hatte. Im September 2025 verlor er seinen Posten als Botschafter und seit dieser Woche sitzt er zudem nicht mehr im britischen Oberhaus. Auch seinen Titel als „Lord” soll er noch verlieren. „Er hat gelogen, gelogen und nochmals gelogen“, sagte Starmer. Hätte er damals gewusst, was er heute weiß, wäre Mandelson nicht einmal in die Nähe der Regierung gekommen, beteuerte der Premierminister. Ob diese Distanzierung ausreicht, werden die kommenden Tage zeigen.