EU-Migrationskommissar Magnus Brunner hat sich am Montag bei einem Gespräch im Haus der EU in Wien erfreut über die neue Regierung in Österreich gezeigt. “Es gibt nämlich nichts Schlimmeres als instabile Situationen in Mitgliedsstaaten”, so Brunner. Bezüglich seines Dossiers als EU-Kommissar kündigte er für nächste Woche eine Gesetzesinitiative für schnellere Rückführungen von illegalen Migranten an, betonte aber zugleich: “Menschenrechte sind nicht verhandelbar”.

Situation bei Rückführungen bedauerlich

Die Situation bei den Rückführungen sei sehr bedauerlich und niemand verstehe, dass nur jeder Fünfte Ausreisepflichtige auch rückgeführt werde, so der neue EU-Migrationskommissar. Mit dem Asyl- und Migrationspakt habe man eine Basis gelegt, nun gelte es darum, den EU-Staaten bei der Umsetzung zu helfen, denn jedes Land habe andere Herausforderungen. Straffällig gewordene illegale Migranten sollen schneller in ihre Heimatländer rückgeführt werden und Ausreisepflichtige zur Kooperation mit den Behörden verpflichtet werden, so der ehemalige österreichische Finanzminister.

Zugleich müssten Vereinbarungen mit Drittstaaten, etwa in Nordafrika, getroffen werden, um die Menschen überhaupt vom gefährlichen Weg über das Mittelmeer abzuhalten. Wichtig sei es zudem, für mehr Effizienz innerhalb der EU zu sorgen, damit niemand den gleichen Prozess in einem anderen EU-Land noch einmal durchführen könne.

APA/GEORG HOCHMUTH

Für straffällige illegale Migranten überlege man auch Anhaltezentren. “Wir haben vor, zu schauen, wie diese Rückführungszentren funktionieren können”, so Brunner, der in diesem Zusammenhang auch die italienischen Zentren in Albanien ins Spiel brachte, zugleich aber erklärte, “wenn es rechtlich nicht möglich ist, dann ist es nicht möglich”.

Die Bereitschaft der EU-Staaten zu einer Veränderung im Migrationsbereich sei jedenfalls da, betonte Brunner. Die EU-Grenzschutzagentur solle zur Unterstützung der Mitgliedsstaaten von derzeit 7.000 auf langfristig 30.000 Mitarbeiter ausgebaut werden. Frontex werde bei den Rückführungen eine entscheidende Rolle spielen. Die besser geschützten Außengrenzen müssten aber auch dazu führen, dass innerhalb des Schengenraums keine Grenzkontrollen mehr gebraucht werden dürften, betonte Brunner.

Neue Herausforderungen für Europa

Angesichts der jüngsten Turbulenzen im Verhältnis zwischen der Ukraine und den USA, meinte Brunner, Europa habe eigene Herausforderungen, man müsse nicht alles kommentieren, was aus USA komme. Dennoch seien die Beziehungen zu den USA sehr wichtig, gerade im Sicherheitsbereich. Klar sei jedenfalls, dass Europa weiter an der Seite der Ukraine stehe, aber auch, dass es selber mehr in die eigene Verteidigung investieren müsse.

APA/AFP/SAUL LOEB

“Wir müssen das intensivieren, uns zugleich aber auch emanzipieren und uns andere zusätzliche Partner zu suchen. Das versuchen wir im Handels-, im Industrie-, aber auch im Sicherheitsbereich”, so Brunner, der hierbei etwa auf den jüngsten Besuch der gesamten EU-Kommission in Indien verwies. Europa müsse aber auch seine Hausaufgaben machen, erklärte Brunner weiters. So sei ein Bürokratieabbau dringend notwendig, ebenso wie die Verwirklichung einer Kapitalmarktunion, denn jährlich würden 300 Milliarden Euro an privatem Kapital aus Europa vor allem in die USA abfließen. Geld, das Europa selber dringend bräuchte, so Brunner.

In sein neues Dossier sei er jedenfalls schon gut hineingewachsen, sagte der ÖVP-Politiker, auch wenn er über die Nominierung durch EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen als Migrationskommissar zunächst überrascht gewesen sei. Ebenso wie darüber, dass im neuen österreichischen Regierungsprogramm seine Wiederbestellung als EU-Kommissar erwähnt werde. Er freue sich über das Vertrauen der drei Regierungsparteien, der Vorarlberger bleibt aber bescheiden: “Ehrlich gesagt: jetzt konzentriere ich mich auf die ersten fünf Jahre”.

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Kommentare

  • Bitte um Aufklärung sagt:

    Er sollte endlich Rechenschaft abgeben müssen, warum Ö so derart verschuldet ist, mit einer genauen Auflistung über die Ausgaben der Steuergelder! Das Volk hat ein Recht darauf

  • Hasso sagt:

    Was ist nun mit den Milliarden Euros, die unter seiner Führung im Finanzministerium zum Fenster rausgeworfen wurden und die zur Überschuldung des Landes führten? Ermittelt nun endlich die Staatsanwaltschaft?

  • Wolf 1 sagt:

    Herr Bru nner wir FPÖler wü ssten ger ne wo die Mrd. hin versch wunden sind.
    Wä re ga nz nett von ih nen uns dar über mal aufz uklären.
    L.G.von einem FPÖ Wähler

  • Spaghetti007 sagt:

    Wie erklären diese verlogenen Heuchler von der ÖVP die ganzen Lügen das ihren Familien. Wenn mein Vater so gelogen hätte ich denke wir hätten mit sicherheit eine große Krise in unserer Familie.

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  • Spaghetti007 sagt:

    Man kann diese verlogenen heuchler nicht mehr sehen. Verschwinde ganz einfach in deinen EU Palast und lass dich nicht mehr Blicken. Wenn diese unappetitliche Budgetlüge nicht gewesen wäre, wäre die ÖVP auf 15% abgestürtzt und die FPÖ wäre auf 35% + gekommen. Diese ÖVP ist eine einzige Schande ob als Kanzlerpartei oder in der EU.

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  • GF 99 sagt:

    Typisches ÖVP Bla, Bla. Sonst nichts.

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  • Truk sagt:

    Noch nie fand ich das schöne Wort “Zweniger” passender.

  • Er ist scheinbar ein Überzeugungstalent... sagt:

    damals als ÖVP-Finanzminister:…”Laut Insidern wusste ÖVP-Finanzminister Magnus Brunner schon seit Monaten, dass Österreichs Defizit 2024 die 3-Prozent-Marke überschreiten wird. Trotzdem hat er das öffentlich immer wieder bestritten. Erst wenige Tage nach der Nationalratswahl gestand Brunner ein höheres Defizit ein. Die ÖVP hinterlässt damit ein Milliardenloch im Haushalt.” (lt. Kontrast.at)
    und jetzt als EU-Migrationskommissar:…„EU-Staaten bereit für Veränderungen in der Migrationspolitik“…“Wir haben vor, zu schauen, wie diese Rückführungszentren funktionieren können”, so Brunner, der in diesem Zusammenhang auch die italienischen Zentren in Albanien ins Spiel brachte, zugleich aber erklärte, “wenn es rechtlich nicht möglich ist, dann ist es nicht möglich”….
    es ist nun mal so….

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  • Erwin Tripes sagt:

    Nur derart Qualifizierte haben Aufstiegschancen Im Bürokratie-und Lobbyistenmonster EU.

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  • FiBu sagt:

    Bereit zu sein reicht nicht – man muss jetzt was tun!

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