Die Bundesjugendvertretung (BJV) kritisiert das geplante Kopftuchverbot an Schulen für Mädchen unter 14 Jahren. Aus Sicht der BJV diskriminiert das Gesetz – trotz begleitendem Maßnahmenpaket – muslimische Mädchen aufgrund ihrer Religionszugehörigkeit, da das Verbot keine anderen religiösen Symbole, wie etwa die jüdische Kippa oder die Patka der Sikh-Religion, umfasst.

Muslimische und sozialistische Vertreter äußern sich in einer Presseaussendung

Die Annahme, dass Mädchen zum Tragen eines Kopftuchs gezwungen werden, hält die BJV für problematisch. Sie argumentieren, dass keine Zahlen vorliegen, wie viele Kinder in Österreich unfreiwillig ein Kopftuch tragen. Statt pauschaler Verbote und Strafen fordert die BJV einen offenen Dialog mit der Islamischen Glaubensgemeinschaft und anderen muslimischen Organisationen, die direkt mit Jugendlichen arbeiten – wie etwa der Muslimischen Jugend Österreich, welches auch eines der Mitglieder des Vorsitzteams in der BJV stellt.

Die BJV warnt zudem vor den gesellschaftlichen Folgen eines solchen Verbots. „Ein Kopftuchverbot führt nicht zu mehr Gleichberechtigung, sondern verstärkt Ausgrenzung und Diskriminierung. Wir brauchen Maßnahmen, die allen jungen Menschen gerechte Chancen sichern – nicht Gesetze, die bloß eine bestimmte Gruppe stigmatisieren“, erklärt BJV-Vorsitzender, und Mitglied der Muslimischen Jugend Österreich, Ahmed Naief.

Die Österreichische Bundesjugendvertretung (BJV) ist die gesetzlich verankerte Interessenvertretung und politische Lobby von Menschen bis 30 Jahre in Österreich. Die BJV hat mehr als 50 Kinder- und Mitgliedsorganisationen. Sie will die politischen, sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Interessen junger Menschen bündeln und ihnen bei der Politik und in der Öffentlichkeit Gehör verschaffen. Den Mitgliedsorganisationen gehören eineinhalb Millionen junge Menschen an.