Corona-Hammer: So viel kostete die Entsorgung der Impfdosen
Alte Corona-Verträge zwingen Österreich weiterhin zur Abnahme riesiger Mengen an Impfstoff. Millionen Dosen bleiben ungenutzt, und ihre Entsorgung kostet die Steuerzahler Millionen. Im Parlament sorgt das Thema erneut für hitzige Debatten.
Corona-Impfstoffe: Millionen Dosen bleiben ungenutzt und müssen teuer entsorgt werden.GETTYIMAGES/Rosa María Fernández Rz
Wie die Tageszeitung Heute berichtete, wurde das Thema nun auch im Gesundheitsausschuss des Nationalrats ausführlich diskutiert. Die Corona-Pandemie ist politisch längst Geschichte, finanziell aber noch lange nicht vorbei. Alte Abnahmeverpflichtungen sorgen dafür, dass Österreich weiterhin enorme Mengen an Impfstoffen geliefert bekommt, obwohl der Bedarf massiv gesunken ist. Während die Regierung Reformen im Gesundheitssystem ankündigt, wächst vor allem bei der FPÖ der Ärger über ungenutzte Impfstoffe und die damit verbundenen hohen Entsorgungskosten.
Reformpartnerschaft soll System entlasten
Am Dienstag stand im Gesundheitsausschuss eine aktuelle Aussprache auf der Tagesordnung. Dabei präsentierte die Bundesregierung eine sogenannte „Reformpartnerschaft“, die dabei helfen soll, die zahlreichen Herausforderungen im Gesundheitswesen zu bewältigen. Erste Ergebnisse sollen Ende April vorliegen.
Staatssekretärin Königsberger-Ludwig skizzierte vor den Abgeordneten mehrere Vorhaben. Diese betreffen vor allem neue finanzielle Mittel und deren Vergabe. Ein zentraler Punkt ist zudem die Weiterentwicklung der Gesundheitshotline 1450 und der Primärversorgungseinheiten. Darüber hinaus sollen mehr Wahlärzte ins Kassensystem zurückgeholt werden, um die Versorgung zu verbessern.
Corona-Impfstoff bleibt Zankapfel
Im Anschluss sorgte eine Debatte zu parlamentarischen Anfragen der FPÖ für emotionale Wortmeldungen. Besonders hitzig wurde es beim Thema Corona. Trotz stark rückläufiger Nachfrage muss Österreich aufgrund früherer Verträge weiterhin große Mengen an Impfstoffen abnehmen.
Konkret wurden im Jahr 2025 insgesamt 1,5 Millionen Dosen des Corona-Impfstoffs geliefert, für das Jahr 2026 sind weitere 270.000 Dosen vorgesehen. Für die FPÖ ist das ein Paradebeispiel für Fehlplanung. Die Freiheitlichen sprechen in diesem Zusammenhang von einer „horrenden Verschwendung von Steuergeld“.
Entsorgung kostet Millionen
Denn ein erheblicher Teil der gelieferten Impfstoffe wird gar nicht erst verimpft. Laut Angaben im Ausschuss fielen im Zeitraum Jänner bis August 2025 Entsorgungskosten in Höhe von 2,9 Millionen Euro an. Staatssekretärin Königsberger-Ludwig betonte, dass darin sämtliche notwendigen Leistungen enthalten seien, darunter auch die langfristige Lagerung der entsorgten Impfstoffe.
Gleichzeitig hat sich die Corona-Impfung zunehmend aus den staatlichen Strukturen zurückgezogen. Im Zeitraum 2025/2026 werden rund 90 Prozent aller Impfungen im niedergelassenen Bereich durchgeführt. Die breite Impfkampagne früherer Jahre gehört damit der Vergangenheit an, nicht jedoch die finanziellen Altlasten.
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