Man kann einen Regimewechsel nicht aus der Luft herbeiführen, das ist sowohl den Israelis als auch den Amerikanern bewusst. Aber man kann das Regime schwächen, um die Voraussetzungen für einen Sturz der islamistischen Herrschaft zu schaffen, den die Iraner selbst ins Werk setzen müssen

Das israelische und das US-Militär haben einen beispiellosen Schlag gegen die Führung des Irans ausgeführt. Er beruhte auf der „Vorarbeit“, die im zwölftägigen Krieg im Juni 2025 geleistet wurde, in dem die Israels rund 40 Prozent der iranischen ballistischen Raketen zerstörten.

Und auf einer exzellenten nachrichtendienstlichen Tätigkeit, welche die präzisen Schläge sowohl gegen militärische Einrichtungen als auch gegen führende Köpfe des Regimes und des Militärs ermöglichten.

Nach 2025 der zweite schwere Militärschlag

Erklärtes Ziel ist, die Islamische Republik zu Fall zu bringen und dem iranischen Volk die Möglichkeit zu geben, sein Schicksal selbst zu bestimmen. Das Mullah-Regime ist spätestens seit dem „Zwölftagekrieg“ 2025 schwer angeschlagen, seine Kettenhunde Hamas, Hisbollah und Huthis inklusive deren Anführer hat sich Israel einen nach dem anderen vorgeknöpft und schwer getroffen.

Die Vereinigten Staaten und Israel verfolgen hauptsächlich drei operative Linien, um ihre erklärten Ziele zu erreichen:

  • – Unterdrückung der iranischen Luftverteidigung
  • – Schwächung der iranischen Vergeltungsfähigkeiten
  • – Störung der iranischen Führungs- und Kontrollstrukturen.

Iranische Luftverteidigung zerstört

Die israelische Luftwaffe hat bereits zu Beginn des zwölftägigen Krieges iranische Luftverteidigungssysteme angegriffen, um rasch die Luftherrschaft über große Teile des Iran zu erlangen und aufrechtzuerhalten. Die Fähigkeit des Iran, diese Luftherrschaft zu gefährden, ist seit Juni 2025 erheblich eingeschränkt.

Am Samstagmorgen waren 200 israelische Kampfflugzeuge im Einsatz, die 500 Ziele im Iran angriffen, darunter Boden-Boden-Raketenwerfer und Luftabwehrsysteme, womit auch geplante Raketenangriffe auf israelische Zivilbevölkerungszentren minimiert wurden. Ein Ziel war etwa eine Raketenbasis in der Nähe von Täbris, die von iranischen Boden-Boden-Raketeneinheiten genutzt wurde und als Abschusspunkt für geplante groß angelegte Angriffe auf Israel galt, ein anderes ein „modernes SA-65-Luftverteidigungssystem“ auf dem Stützpunkt der 29. Operativen Division Nabi Akram der Bodentruppen des Islamic Revolutionary Guard Corps (IRGC) in der Provinz Kermanschah.

Da es als sicher galt, dass der Iran Vergeltungsangriffe auf Israel und US-Militärbasen in verschiedenen arabischen Ländern angreifen würde, war das zweite Ziel der Amerikaner und Israelis, iranische Raketenabschussrampen und Raketenstützpunkte anzugreifen. Seit dem herben Schlag, den das Regime im Juni vergangenen Jahres einstecken musste, hatte der Iran seinen Bestand an „schweren“ Raketen wieder auf etwa 2.000 Stück aufgebaut.

Enthauptungsschlag trifft Dutzende Kommandeure und den Ober-Mullah

Entscheidend war jedoch, dass die USA und Israel auch die führenden Köpfe des Regimes ins Visier nahmen. Ein Korrespondent von Fox News berichtete am Samstag unter Berufung auf US-Beamte, dass die gemeinsame Streitmacht die Entscheidung getroffen habe, ein Treffen zwischen Ali Khamenei und mehreren hochrangigen iranischen Funktionären auszunutzen, um gezielt einen Schlag gegen den greisen Ayatollah Ali Chamenei auszuführen.

Laut eines Sprechers der israelischen Streitkräfte (IDF) wurden drei nicht näher bezeichnete Ziele gleichzeitig angegriffen, wobei mehrere hochrangige iranische Funktionäre getötet worden seien, die „für die Führung der Kampagne und die Regierungsführung des Regimes von entscheidender Bedeutung“ gewesen seien, darunter Chamenei selbst, dessen Tod am Sonntagmorgen auch von iranischen Medien bestätigt wurde.

Unter anderem wurden getötet:

  • – der Sekretär des Iranischen Verteidigungsrates, Ali Schamchani
  • – IRGC-Kommandeur Generalmajor Mohammad Pakpour
  • – Verteidigungsminister Brigadegeneral Aziz Nasir Zadeh
  • – Geheimdienstchef von Khatam ol Anbia, Saleh Asadi
  • – Leiter des Militärbüros des Obersten Führers, Mohammad Shirazi
  • – Vorsitzender der Organisation für Defensive Innovation und Forschung (SPND), Hossein Jabal Amelian

Das Hauptquartier einer Truppe – die unter anderem Spezialeinheiten wie eine gut ausgebildete Anti-Aufruhr-Einheit unterhält, die eingesetzt wird, wenn reguläre Polizeieinheiten Unruhen nicht unter Kontrolle bringen können – wurde wohl ebenfalls getroffen.

Irans Vergeltungskapazitäten begrenzt

Dass die Schläge erfolgreich waren, zeigt der Umstand, dass die militärische Reaktion des Iran vergleichsweise begrenzt ausfiel. Das United States Central Command (CENTCOM) erklärte, dass die iranische Vergeltung im Zusammenhang mit der gemeinsamen US-israelischen Luftkampagne weder US-Verluste verursacht noch nennenswerte Schäden an US-Militäreinrichtungen angerichtet habe.

Allerdings startete der Iran ballistische Raketen und Drohnen gegen US-Stützpunkte in Bahrain, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Kuwait, Katar und Jordanien, wogegen etwa Saudi-Arabien heftig protestierte. Doch obwohl das Regime in Teheran davor gewarnt hatte, die Meerenge zu durchqueren, wurde bisher nur ein Tanker in der Straße von Hormuz angegriffen und geriet in Brand. Der Schiffsverkehr in der Straße von Hormuz ist dramatisch eingebrochen (bis zu 70 Prozent weniger Durchfahrten laut MarineTraffic-Daten).

Das kleine und dichtbevölkerte Israel wurde zum Ziel ballistischer Raketen. Es gab zwar mehrere Einschläge in Wohnblöcken, bei denen ein Mensch getötet und weitere verletzt sowie einige Zerstörungen angerichtet wurden, doch fallen die Angriffe weit weniger verheerend aus als im Juni 2025. Dass es nur wenige Opfer gibt, ist der Raketenabwehrsystem Iron Dome (Eiserne Kuppel) zu verdanken – und dem in Israel sehr effizienten Zivilschutz. Allerlei Warnsysteme und genügend Bunker stehen zum Schutz der Bevölkerung bereit.

Wie könnten Irans Stellvertreter reagieren?

Noch ist das Regime nicht gefallen, aber schwer getroffen. Die Fähigkeiten, sich der Luftangriffe zu erwehren, scheinen nur noch begrenzt zu sein, doch niemand vermag zu sagen, wie die vom Iran finanzierten und mit Waffen versorgten Terrorgruppen außerhalb des Landes reagieren (können). Mehrere Mitglieder der sogenannten „Achse des Widerstands“, darunter die Hisbollah und die Huthis, verurteilten die Angriffe im Iran, sind jedoch bisher nicht aktiv geworden.

Hauptsächlich wird angenommen, dass die schiitische Hisbollah-Miliz in den Krieg eingreifen könnte. Ihre Anführer hatten erklärt, ein Angriff auf Chamenei sei ihre „rote Linie“. Allerdings ist die Terror-Truppe im September 2024 vor allem durch die Pager-Aktion empfindlich getroffen worden, ihre Kapazitäten mutmaßlich dürftig. Zudem wurde ihr Kommandeur und „spiritueller Führer“ Hassan Nasrallah getötet.

Dass sich die Iraner auf die Straßen trauen, um das Ende des grausamen Herrschers Chamenei zu feiern, zeigt, dass sie selbst nicht das Ziel der Angriffe sind und Israelis und Amerikaner Institutionen des Regimes angreifen. Dennoch wurden sie aufgefordert, zunächst zu Hause zu bleiben, Zivilisten sollen nach Möglichkeit nicht getroffen werden. Das ist den Iranern auch bewusst. Sie bejubeln jeden Treffer, den das islamistische Regime einstecken muss.

Ob Sicherheitskräfte überlaufen, ob es gelingt, den Mullahs bald die Ministerien und Rundfunksender zu entreißen, ist zur Stunde noch unklar. Fest steht aber, dass der Anfang vom Ende des brutalen Regimes eingeläutet ist. Und während Feinde des Westens im Allgemeine und Feinde Israels im Besonderen ihre „Sorge“ vor der Entwicklung ausdrücken oder sogar das militärische Eingreifen als „völkerrechtswidrig“ verurteilen, weil sie die Front gegen den jüdischen Staat zusammenbrechen sehen, sind die iranischen Regimegegner, die nach Freiheit dürsten, den USA und Israel dankbar. In den sozialen Medien tun sie das ganz offen kund.

Dieser Beitrag ist ursprünglich bei unserem Partner-Portal NiUS erschienen.