Im Matzleinsdorfer Hochhaus in Wien-Margareten, einst ein Prestigeprojekt der Gemeinde Wien, herrschen schlimme Zustände. Eigentlich sollte die Reportage über den mutwillig herbeigeführten Stromausfall handeln, der den 20-stöckigen Gemeindebau Anfang Jänner für mehrere Stunden lahmlegte. Der Aufzug ging nicht, auch Warmwasser floss keines mehr.

Sperrmüll, beschmierte Wände

Doch in Gesprächen mit Hausbewohnern erfuhr der exxpress, dass die Menschen etwas ganz anderes umtreibt. Ein Mann, der mit seiner Familie schon viele Jahre in dem Hochhaus lebt, machte uns eine regelrechte Tour vom Keller bis hinauf in das 20. Stockwerk.

Was er uns zeigte und erzählte, war erschreckend: mit Parolen beschmierte Wände, herumliegende Chipspackungen und Sperrmüll, der immer wieder im Keller landet, obwohl es verboten ist. Der Mann wollte nicht vor der Kamera aussagen. Doch andere Mitbewohner sprachen mit uns und bestätigten, was er erzählte:

Drogenspritzen im Stiegenhaus und im Lift

„Es gibt natürlich auch sehr viele Junkies, die einfach reinkommen, die sich Spritzen nehmen, die Spritzen liegen lassen, die koksen, kiffen“, erzählt eine Mitbewohnerin, die ihre Identität im Video nicht preisgeben möchte, gegenüber dem exxpress.

„Es sind Tag und Nacht die Giftler da. Spritzen, alles Mögliche“, sagt ein Mitbewohner.

Dieser Mann wohnt schon seit Jahrzehnten im Matzleinsdorfer Hochhaus. Früher war es besser, meint er.exxpress

Eine Frau mit türkischem Migrationshintergrund erzählt: „Seit den letzten zehn Jahren ist kaum etwas frei. Es kommen Syrier, syrische Familie, afghanische, indische“. Sie traue sich nicht einmal mehr zu den Mistkübeln, sagt sie, weil dort Jugendliche sitzen, die „spritzen, rauchen“.

Wiener Wohnen nimmt die negativen Zustände „sehr ernst“

Viele Bewohner teilten uns mit, dass sie sich von Wiener Wohnen, der kommunalen Hausverwaltung der Stadt Wien, im Stich gelassen fühlen. Eine Sprecherin von Wiener Wohnen sagte gegenüber diesem Onlinemedium, dass Wiener Wohnen die „geschilderten Berichte sehr ernst“ nehme. Es gab etwa eine Sicherheitsbegehung mit der Grätzlpolizei und die „Ordnungsberater*innen von Wiener Wohnen“ wurden eingebunden. Derzeit werde ein Verbesserungskonzept erarbeitet. Der Zutritt für hausfremde Personen solle deutlich erschwert werden.