X-Nutzer hatten mithilfe des Chatbots Anfang des Monats Millionen von KI-Bildern erzeugt und veröffentlicht, auf denen Frauen und Mädchen ohne deren Zustimmung im Bikini, fast nackt oder in sexualisierten Posen zu sehen waren. Nach Schätzungen der britischen Nichtregierungsorganisation CCDH waren darunter 23.000 Bilder von Kindern. X hat die Funktion nach eigenen Angaben seither eingeschränkt.

"Kindermissbrauchs-Material" dürfe nicht zugänglich sein

Die Bilderstellung mit Grok ist zudem nur noch zahlenden Nutzern zugänglich – dies reicht aus Sicht der EU-Kommission aber nicht aus. “Kindesmissbrauchs-Material ist kein Privileg für Premium-Nutzer”, sagte ein Kommissionssprecher in Brüssel. “Solche Inhalte haben in Europa keinen Platz.”

Die Kommission werde nun ermitteln, ob sich X mit seinen internen Vorgaben für Grok an die EU-Gesetze halte.

Bestätigen sich die Vorwürfe, wäre das ein Verstoß gegen das EU-Gesetz über digitale Dienste (Digital Services Act, DSA). Mit dem Gesetz nimmt die EU große Internetplattformen in die Pflicht, verbotene Inhalte zu löschen.

In Brüssel gibt es bereits ein Verfahren gegen die Plattform

In Brüssel läuft bereits ein Verfahren gegen X wegen der Verbreitung solcher Inhalte, etwa Gewaltdarstellungen und Hassrede. Die Ermittlungen im Zusammenhang mit dem Chatbot Grok kommen nun dazu. Außerdem will die Kommission die Empfehlungssysteme auf der Plattform überprüfen, die darüber entscheiden, was Nutzern angezeigt wird. Diese basieren inzwischen ebenfalls auf der Künstlichen Intelligenz hinter Grok.

Eine Frist für das laufende Verfahren gibt es nicht. Anfang Dezember hatte die Kommission bereits eine erste Strafe in Höhe von 120 Millionen Euro gegen X verhängt. Damals ging es unter anderem um mangelnde Transparenz bei der Werbung. Die Vorwürfe im Zusammenhang mit Grok wiegen deutlich schwerer.

Vertreter der US-Regierung sowie X-Inhaber Musk hatten im Dezember scharf auf die Strafe reagiert und der EU Zensur vorgeworfen, Musk forderte gar die Abschaffung der EU.