„Wenn ich mit normalen Menschen im Gemeindebau spreche, die sich nur mehr von Kopftüchern umzingelt vorkommen und niemanden mehr, in der Volksschulklasse oder in der Mittelschule haben, wo das Kind Religionsunterricht auf katholisch bekommt, weil die absolute Mehrheit nur mehr muslimischen bekommt, wirds diese Bedrängnisse geben“, sagt niemand Geringerer als der Dompfarrer Toni Faber, der Pfarrer des Wiener Stephansdoms. Im Videpodcast von Medienexperte Gerald Fleischmann auf „krone.tv“ nimmt sich der Geistliche kein Blatt vor den Mund. Und hat eine durchaus politische Sicht auf die Dinge: „Wir müssen versuchen mit den politischen Kräften, die versuchen den christlichen Grundwerten mehr Raum zu schaffen, auch besser vereinen, die Gespräche laufen.“ Faber beklagt: „Eine Familie, die drei oder vier Kinder hat wird heute als Alien angeschaut.“

Auch nur „Ein Mensch aus Fleisch und Blut“

Der Dompfarrer nimmt auf Stellung zu seiner Rolle als „sakrale Prominenz“, und erläutert, dass er seinen Beruf bewusst volksnah anlegt. Er wolle raus zu den Menschen und sie mitnehmen. Er sei selbst auch nur „ein Mensch aus Fleisch und Blut“. Faber: „Das was mir sehr unangenehm war als mir vor 15 Jahren der Führerschein entzogen worden ist wegen Alkohol am Steuer, da habe ich gedacht, das ist sehr fatal, auf immer werde ich diesen Stempel auf meiner Stirn tragen, dieses Kainsmal. Das Gegenteil war der Fall. Weil alle Menschen mir zutrauen dass ich ein Mensch aus Fleisch und Blut bin. Mit Stärken und Fehlern bin.“

Toni Faber äußert sich zudem sehr selbstbewusst zu kircheninternen Regeln, wie dem Zölibat, also dem Verbot der Ehe für katholische Priester: „Der verpflichtende Zölibat, automatisch, hundertprozentig mit dem Priestertum, muss nicht immer so bleiben.“