Doskozil attackiert Babler: „Fühlen uns nicht repräsentiert“
Burgenlands Landeshauptmann Hans Peter Doskozil geht auf Distanz zur SPÖ-Bundesführung. Er kritisiert Parteichef Andreas Babler scharf, spricht von strukturellen Fehlentwicklungen und warnt: Große Teile der Partei fühlen sich nicht mehr vertreten.
Burgenlands Landeshauptmann Hans Peter Doskozil rechnet offen mit der SPÖ-Spitze ab. Die Sozialdemokratie stecke nicht wegen einzelner Personen in der Krise, sondern wegen festgefahrener Strukturen – allen voran der starken Dominanz Wiens. Viele Funktionäre und Wähler würden sich von der aktuellen Parteiführung schlicht nicht mehr repräsentiert fühlen, so Doskozil in einem Interview mit dem Kurier.
Die anhaltend schwachen Umfragewerte seien dafür ein klares Signal. Dass die SPÖ seit Monaten unter der 20-Prozent-Marke liegt, zeige, wie tief die Probleme reichen. Inhaltlich habe man zentrale Fragen – etwa bei leistbarem Wohnen oder bei den Mieten – nicht gelöst. Der Leidensdruck innerhalb der Partei sei dennoch offenbar zu gering, um echte Reformen anzustoßen.
SPÖ droht weiterer Bedeutungsverlust
Auch im Presse-Interview Parteichef Andreas Babler nimmt Doskozil direkt ins Visier. Zwar gehe es ihm nicht um Personen, betont der burgenländische Landeshauptmann, doch solange Babler von jenen Kräften gestützt werde, die ihn an die Spitze gebracht haben, werde sich an den Entscheidungsmechanismen nichts ändern. Gerade diese Machtverhältnisse hätten dazu geführt, dass sich breite Teile der Partei – insbesondere außerhalb Wiens – politisch übergangen fühlen.
Doskozils Botschaft ist klar: Ohne grundlegende strukturelle Veränderungen droht der SPÖ weiterer Bedeutungsverlust. Die Partei müsse sich entscheiden, ob sie wieder eine starke bundesweite Kraft sein wolle – oder weiter an inneren Blockaden scheitert.
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