Der Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde für Salzburg, Steiermark und Kärnten, Elie Rosen, übt scharfe Kritik an Facebook-Beiträgen des Salzburger SPÖ-Gemeinderats Tarik Mete. In einer Presseaussendung bezeichnet er dessen Aussagen zum militärischen Vorgehen Israels und der USA gegen den Iran als „inakzeptabel“. Besonders brisant ist, dass sich unter den Postings offen antisemitische Kommentare finden.

„Maximale Betroffenheit ersetzt keine geopolitische Analyse“

Konkret geht es um Facebook-Postings vom 28. Februar 2026, in denen Mete seine Stellungnahme in großformatigen, rot dominierten Grafiken veröffentlichte. Darin machte er folgende Aussagen: „Israel bombardiert Volksschule im Iran – 51 Mädchen sterben.“ Und: „Israel meldet Präventivschlag gegen den Iran.“

Begleitend sprach er von einem „eklatanten Bruch des Völkerrechts“ und warf den Medien vor, das „Wording der rechtsextremistischen israelischen Regierung“ zu übernehmen.

Für IKG-Präsident Rosen ist vor allem die Dramatisierung problematisch. Auffällig sei die gezielte Fokussierung auf „Kinderopfer“ als zentrales narratives Element. Die Reduktion komplexer militärischer und sicherheitspolitischer Zusammenhänge auf emotional aufgeladene Opferbilder erinnere deutlich an Kommunikationsmuster aus dem Gaza-Konflikt. „Maximale Betroffenheit ersetzt keine geopolitische Analyse”, betont Rosen.

Zwar würden auch die USA erwähnt, die Stoßrichtung der Beiträge richte sich jedoch nahezu ausschließlich gegen Israel. Eine differenzierte Einordnung, etwa zur Rolle des iranischen Regimes, zur Unterstützung regionaler Milizen oder zur offen artikulierten Feindschaft gegenüber Israel, bleibe aus.

Scharfe Worte – und antisemitische Kommentare

Auch die Wortwahl Metes sorgt für Kritik. So schrieb er unter anderem, dass seit dem 7. Oktober 2023 „vom israelischen Staat ausgehend im Iran, in Syrien, im Libanon, in Katar, im Jemen und in Teilen des Irak militärische Einsätze, gezielte Tötungen und kriegerische Handlungen stattgefunden haben“. Zudem sei der gesamte Gazastreifen „zerbombt und dem Erdbodengleich gemacht worden, um Platz für die völkerrechtswidrigen israelischen Siedlungen zu schaffen“. Tausende Kinder, Frauen und Greise seien erbarmungslos ermordet worden – „war das auch Prävention?“

Besonders alarmierend bewertet Rosen jedoch die Entwicklung im Kommentarbereich. Neben Kritik fanden sich dort auch offen antisemitische Aussagen, darunter die pauschale Behauptung, Juden hätten eine „Vorliebe, Kinder zu töten“. Solche Zuschreibungen seien nicht nur moralisch verwerflich, sondern überschritten klar die Grenze zur menschenverachtenden Hetze und könnten strafrechtlich relevant sein.

„Politische Mandatare sind nicht für jeden einzelnen Kommentar verantwortlich. Sie tragen jedoch Verantwortung für die Rahmung ihrer Kommunikation. Wer komplexe Konflikte plakativ zuspitzt, schafft einen Resonanzraum, in dem extreme Narrative leichter Anschluss finden“, so Rosen.

Bemerkenswert sei für ihn zudem die Diskrepanz zwischen Anspruch und Praxis. So werfe etwa Gemeinderat Mete der FPÖ regelmäßig vor, mit Zuspitzungen Stimmung zu machen und Sensibilität vermissen zu lassen. „Wer Sensibilität einfordert, muss sie aber selbst vorleben“, betont Rosen.