Enthüllt: Hamas-nahe Islamisten hinter Gaza-Protesten in Berlin
Berlin erlebte massive Gaza-Demos – doch wer zieht die Fäden? Ein neues Dossier sieht organisierte islamistische Strukturen im Hintergrund. Die Spur führt über europaweite Netzwerke. Und reicht bis ins Hamas-Umfeld.
Pro-Palästina-Protest in Berlin: Demonstrationen treten oft als spontane Solidaritätsaktionen auf – Recherchen sehen dahinter jedoch organisierte Netzwerke.APA/AFP/DPA/Gregor Fischer
Viele Pro-Palästina-Demonstrationen in Berlin geben sich als spontane humanitäre Proteste. Doch eine neue Untersuchung zeichnet ein völlig anderes Bild: Laut einem umfangreichen Dossier operiert hinter Teilen der Gaza-Proteste ein europaweites islamistisches Netzwerk – mit ideologischen, organisatorischen und finanziellen Verbindungen zur Terrororganisation Hamas.
Die Analyse stammt vom Berliner Rechercheverein democ.
Hinter der Protestkulisse: Ein islamistisches Jugendnetzwerk
Im Zentrum steht die Organisation Avrupa Gençlik Derneği (AGD) – der europäische Ableger einer türkischen Bewegung aus dem Umfeld der islamistischen Millî-Görüş-Ideologie.
Sicherheitsbehörden ordnen solche Strukturen dem legalistischen Islamismus zu: öffentlich moderat, langfristig jedoch auf gesellschaftliche Transformation im Sinne religiös-politischer Ideologie ausgerichtet.
Während die Mutterorganisation in der Türkei offen politisch auftritt, agiert der europäische Ableger deutlich vorsichtiger – offenbar bewusst unterhalb staatlicher Aufmerksamkeitsschwellen.
„Neue Welt“ statt Westen
Unter dem Motto „YeniBirDünya“ („Eine neue Welt“) propagiert das Netzwerk laut Dossier eine Abkehr von westlichen Gesellschaftsmodellen. Die ideologische Grundlage geht auf Millî-Görüş-Gründer Necmettin Erbakan zurück.
Sein Denken verbindet radikalen Antizionismus mit antisemitischen Verschwörungsnarrativen – Israel erscheint darin nicht als Staat unter Kritik, sondern als grundsätzlich illegitim.
Einfluss aus Ankara bis nach Berlin
Die Berliner AGD-Struktur wurde 2019 registriert, organisatorisch jedoch über die europäische Zentrale in Wien aufgebaut. Aktivitäten reichen laut Bericht mittlerweile weit über Berlin hinaus – nach Köln, Hamburg, Bremen und Gießen. Mobilisiert wird vor allem über Telegram- und WhatsApp-Netzwerke. 2025 wurden zusätzlich Vereinsräume in Berlin-Neukölln ausgebaut.
Besonders brisant: AGD-Chef Salih Turhan trat persönlich bei Ideologieschulungen der Berliner Sektion auf – ein Hinweis auf direkte politische Steuerung aus der Türkei.
Hamas-Funktionäre auf AGD-Bühnen
Mehrfach traten laut Dossier hochrangige Hamas-Vertreter wie Fathi Hamad und Suhail al-Hindi bei Veranstaltungen der Organisation auf. Hamas-Führer wurden dort öffentlich als „Märtyrer“ geehrt.
Ein verbreitetes Propagandavideo endet mit einer brennenden Israelflagge und dem Hashtag: #yıkılsınisrail – „Möge Israel zerstört werden“.
Gaza-Proteste als Rekrutierungsmaschine
Der wohl brisanteste Befund der Studie: Teile der Gaza-Protestbewegung fungieren laut Analyse als Rekrutierungs- und Propagandaplattform für Hamas-nahe Ideologien. Unter humanitärer Rhetorik könnten islamistische Akteure neue Unterstützer gewinnen und radikale Narrative schrittweise gesellschaftsfähig machen.
Islamisten, Aktivisten – und Rechtsextreme
Im Berliner Bündnis Justice48 trafen laut Bericht islamistische Gruppen, linke Aktivisten und türkische Nationalisten aufeinander.
Bei Autokorsos wurden Wolfsgrüße der rechtsextremen Grauen Wölfe gezeigt. Plakate zeigten Kinder vor Kriegsinfernos sowie dämonisierte Darstellungen Israels Premier Benjamin Netanjahu. Influencer verbreiteten israelfeindliche Desinformation. Redner wie Ahmad Tamim riefen laut Dossier muslimische Staaten sogar zum militärischen Angriff auf Israel auf.
Hamas-Verbindungen reichen bis nach Europa
Eine zentrale Figur ist der Berliner Aktivist Ali C., aktiv im Umfeld der European Palestinians Conference, die Sicherheitsanalysen mit Hamas-nahen Strukturen verbinden. Er trat gemeinsam mit dem untergetauchten Hamas-Netzwerker Majed al-Zeer auf und erklärte öffentlich den bewaffneten Widerstand gegen Israel für legitim.
Spenden für Gaza – und offene Fragen
Besonders sensibel sind die Finanzstrukturen. Über die AGD-nahe Organisation AGD AID wurden umfangreiche Gaza-Spenden gesammelt – darunter eine Gala mit angeblich über 76.000 Euro Einnahmen. Nachvollziehbare Nachweise über Verwendung oder Transport fehlen laut Bericht. Teilweise wurden Unterstützer aufgefordert, Geld auf private PayPal-Konten zu überweisen.
Die Studie warnt vor dem Risiko möglicher Weiterleitungen an Hamas-nahe Strukturen.
Flottille als kalkulierte Eskalation?
Auch die Global Sumud Flotilla soll laut Dossier organisatorisch und finanziell unterstützt worden sein. Ein Teilnehmer erklärte später offen: Das Erreichen Gazas sei nie das eigentliche Ziel gewesen – vielmehr habe man Israel bewusst zu einer militärischen Reaktion provozieren wollen.
Nach dem Scheitern kam es zu Protesten am Berliner Alexanderplatz, bei denen Demonstranten Straßenbahngleise blockierten, bevor die Polizei einschritt.
Die entscheidende Frage
Die Schlussfolgerung der Studie ist eindeutig: Was wie spontane Solidarität wirkt, könnte Teil einer langfristigen Mobilisierungsstrategie islamistischer Netzwerke sein. Damit stellt sich eine zunehmend brisante Frage: Wie stark Hamas-nahe Strukturen tatsächlich hinter den Gaza-Protesten in Europas Hauptstädten stehen.
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