Entwarnung aus dem Ministerium: Versorgung gesichert, keine Iran-Abhängigkeit
Wirtschafts- und Energieminister Wolfgang Hattmannsdorfer gibt angesichts der aktuellen geopolitischen Spannungen Entwarnung: „Für Österreich besteht derzeit kein Anlass zur Sorge, unsere Versorgung ist gesichert.“
Laut einer Pressemitteilung des “Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus” seien weder der Iran noch die Straße von Hormus „für unsere unmittelbare Versorgungssicherheit entscheidend“ – auch weil Europa insgesamt nur begrenzt betroffen sei: Der Großteil der Lieferströme durch die Straße von Hormus gehe nach Asien. Gleichzeitig betont Minister Wirtschafts- und Energieminister Wolfgang Hattmannsdorfer die Ausgangslage sei „mit der damaligen Abhängigkeit nicht vergleichbar“: Österreich habe „keine direkte Abhängigkeit vom Iran“, sei heute „deutlich breiter diversifiziert“ und damit resilienter. Dazu passt die aktuelle Einschätzung aus den vorliegenden Fakten: Es gebe derzeit keine Hinweise auf physische Engpässe bei Öl oder Gas, selbst bei Störungen würden etablierte Alternativen greifen – die Versorgung bleibe stabil.
Gaslage im Überblick: Verbrauch gesunken, Speicher über EU-Schnitt
Beim Gas zeigt der Überblick: Der kalte Winter brachte einen Spitzenverbrauch von bis zu 400 GWh/Tag, zusätzlich führten wenig Niederschlag sowie wenig Wind und Sonne dazu, dass mehr Gas für Strom- und Fernwärmeerzeugung benötigt wurde. Trotzdem ist der Verbrauch im Vergleich zu 2022 gesunken: 2025 lag der Gesamtverbrauch bei 80,4 TWh, 2022 bei 88 TWh – also rund 10 % weniger. Entscheidend für die unmittelbare Sicherheit sind die Speicher: Am 27.02.2026 waren Österreichs Gasspeicher noch über 36 % gefüllt. Zum Vergleich: Deutschland lag bei etwas über 21 %, Frankreich bei rund 20 %, die Niederlande bei knapp über 10 % – Österreich liegt damit deutlich über mehreren großen EU-Staaten, auch wenn der Rückgang im Winter dem saisonalen Rhythmus entspricht. Kurz: Die Lage wirkt angespannt, aber sie ist nicht leergefegt.
Preise und Lieferwege: Marktreaktionen – Taskforce angekündigt
Was die Menschen im Alltag trotzdem direkt spüren könnten, sind Preise – und hier bremst Hattmannsdorfer Erwartungen: „In welchem Ausmaß sich die Entwicklungen vor allem bei den Preisen für Konsument/innen niederschlagen, werden erst die nächsten Tage seriös zeigen.“ Die aktuellen Preisbewegungen seien gewöhnliche Marktreaktionen in geopolitischen Krisen; Preisanstiege spiegelten aktuell vor allem Unsicherheit wider, nicht tatsächliche Knappheit. Österreichs Lieferquellen sind dabei breit aufgestellt: Das Land ist nicht von einem einzelnen Player abhängig und bezieht Erdgas derzeit über Deutschland und Italien – über Deutschland kommen leitungsgebundene Mengen aus Norwegen sowie LNG aus Häfen (z. B. Rotterdam), über Italien neben Pipeline-Gas aus Nordafrika auch LNG. Für Europa insgesamt gilt: Die USA sind der größte singuläre LNG-Lieferant (knapp 60 %); zu den größten LNG-Lieferanten zählen USA, Russland und Katar, wobei etwa 15 % der EU-LNG-Importe aus Katar kommen. Um Versorgungslage und Preisentwicklung laufend zu beobachten, richtet Hattmannsdorfer im Wirtschaftsministerium eine „Taskforce Versorgungssicherheit“ ein – „unter Einbindung von anerkannten Experten“ sowie unter anderem der E-Control und dem Lieferketteninstitut ASCII
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