Epstein-Schatten über London: Umfrage bringt Starmer in Bedrängnis
Eine Mehrheit der Briten spricht sich laut einer aktuellen Umfrage für den Rücktritt von Premierminister Keir Starmer aus. Hintergrund sind neue Enthüllungen über Verbindungen des ehemaligen britischen Botschafters in den USA, Peter Mandelson, zum verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein.
Wie aus einer Umfrage des Politico hervorgeht, sind 52 Prozent der Befragten der Meinung, Starmer sollte im Zuge der Affäre sein Amt niederlegen. Weitere 19 Prozent sprechen sich zwar gegen einen Rücktritt des Premiers aus, fordern jedoch personelle Konsequenzen in seinem Beraterumfeld. 15 Prozent sehen hingegen keinen Rücktrittsbedarf – weder für Starmer noch für sein Team. 14 Prozent der Befragten gaben an, unentschlossen zu sein.
Die Umfrage wurde zwischen dem 6. und 9. Februar 2026 durchgeführt. Insgesamt nahmen 2.042 Erwachsene aus Großbritannien daran teil.
EXCLUSIVE: A majority of Brits think PM Keir Starmer should resign in the wake of new revelations about ex-ambassador to the U.S. Peter Mandelson’s links to Jeffrey Epstein, according to new results from The POLITICO Poll.
— POLITICOEurope (@POLITICOEurope) February 11, 2026
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Starmer unter Druck: Nächster Rücktritt
Für den britischen Premier Keir Starmer spitzt sich die Lage jedenfalls weiter zu: Innerhalb weniger Tage verlor er bereits den dritten ranghohen Mitarbeiter. Nun hat nämlich auch Kabinettsekretär Chris Wormald seinen Rücktritt erklärt. Laut Regierungsmitteilung erfolgte dieser „in gegenseitigem Einvernehmen“. Der Cabinet Secretary steht an der Spitze des Cabinet Office und gilt als höchstrangiger Beamter im Vereinigten Königreich.
Zuvor hatten bereits Starmers Stabschef Morgan McSweeney sowie Kommunikationsdirektor Tim Allan nahezu zeitgleich ihre Posten geräumt. Die Serie an Abgängen sorgte für erhebliche Unruhe innerhalb der Labour-Partei. Der schottische Labour-Chef Anas Sarwar forderte Starmer offen zum Rücktritt auf.
Auslöser der aktuellen Turbulenzen ist Starmers Entscheidung, den langjährigen Labour-Politiker und früheren EU-Kommissar Peter Mandelson zum britischen Botschafter in Washington zu ernennen. Mandelsons frühere Kontakte zum 2019 verstorbenen US-Finanzier Jeffrey Epstein waren bereits bekannt und hatten im Vorfeld Kritik ausgelöst. Die Personalie entwickelte sich schließlich zum Katalysator einer handfesten Regierungskrise.
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