Nach den geplanten Regeln darf die Europäische Union künftig nur noch fossile Energieträger aus Ländern importieren, deren Verfahren zur Erfassung und Reduktion von Methanemissionen den europäischen Standards entsprechen. Ziel der Regelung ist es, den Ausstoß des klimaschädlichen Gases Methan zu verringern, das als zweitwichtigstes Treibhausgas nach Kohlendioxid gilt.

IOGP mit Warnung

Der Internationale Verband der Öl- und Gasproduzenten (IOGP) warnt jedoch vor gravierenden Folgen für den Markt. In einer im März veröffentlichten Analyse kommt der Verband zu dem Schluss, dass derzeit lediglich rund sieben Prozent der weltweiten Öl- und Gasproduktion die Anforderungen der EU erfüllen würden. Sollte sich daran nichts ändern, könnten die Gasimporte in die EU um bis zu 43 Prozent sinken, bei Rohöl sogar um 87 Prozent.

Die EU-Verordnung schreibt keine festen Reduktionsquoten vor, sondern verpflichtet Betreiber zu technischen Maßnahmen. Dazu gehören etwa regelmäßige Kontrollen von Anlagen auf Methanlecks sowie deren Reparatur. Außerdem sollen das Ablassen und Abfackeln von Methan weitgehend verboten werden.

Nach Angaben der EU-Kommission ist Methan kurzfristig besonders klimaschädlich: Innerhalb von zwanzig Jahren soll seine Wirkung rund 80-mal stärker sein als die von CO₂. Studien des UN-Umweltprogramms zufolge könnte eine Reduktion der Methanemissionen bis 2030 den globalen Temperaturanstieg bis 2045 um etwa 0,3 Grad Celsius verringern.

Branchenvertreter warnen dennoch vor wirtschaftlichen Folgen. Raffinerien könnten unter Druck geraten, Energiepreise steigen und ein Teil der europäischen Verarbeitungskapazitäten langfristig verschwinden.