EU-Versagen bei Teuerung, Migration & Energie: Umfrage bescheinigt Vertrauenskrise
Österreicher stehen ihrer EU-Mitgliedschaft zwar leicht positiver gegenüber als Anfang 2024, doch die Skepsis bleibt hoch. Das zeigt die neue Eurobarometer-Umfrage, die im Auftrag des Europaparlaments durchgeführt wurde, berichtet Der Standard. Befragt wurden 26.453 Personen, davon 1003 Österreicher.
51 Prozent der Österreicher sehen die EU als „gut“, zehn Prozentpunkte mehr als im Vorjahr – EU-weit sind es 64 Prozent. Gleichzeitig halten 21 Prozent der Befragten die Mitgliedschaft für schlecht, fast doppelt so viele wie im EU-Schnitt. Dass 27 Prozent neutral bleiben, unterstreicht, wie viele Bürger keine klare Überzeugung von der EU-Politik haben.
Globale Risiken bereiten Österreichern Angst
Besonders ausgeprägt ist die Sorge vor globalen Risiken, die kaum von der EU adressiert werden: Konflikte und Kriege in der Nachbarschaft der Union bereiten 90 Prozent in Österreich Angst, gefolgt von Terrorismus, Klimakatastrophen, unkontrollierter Migration, Cyberangriffen und Energieabhängigkeit. Dass die EU hier keine souveränen, schnellen Entscheidungen treffen kann, sorgt für Unmut. Nur etwas mehr als die Hälfte der Österreicher wünscht sich eine stärkere Rolle der EU in Krisen, deutlich weniger als der EU-Durchschnitt.
„Sehr besorgt“ zeigen sich die Österreicher über Konflikte und Kriege in EU-Nähe (70 Prozent), unkontrollierte Migrationsströme (67 Prozent), Terrorismus (63 Prozent), Cyberangriffe aus Nicht-EU-Ländern (58 Prozent), die Abhängigkeit der EU bei der Energieversorgung (56 Prozent) und Verteidigung (52 Prozent).
Kann Brüssel die Herausforderungen meistern?
In Fragen von Verteidigung, Sicherheit und geopolitischer Handlungsfähigkeit schneiden die EU-Strukturen besonders schwach ab: Nur 35 Prozent der Österreicher sehen die Verteidigung als zentrale Aufgabe, während wirtschaftliche Themen wie Teuerung und Arbeitsplätze Priorität haben. Die Bürger spüren, dass Brüssel in sicherheitsrelevanten Fragen oft tatenlos bleibt oder nur auf Kompromisse setzt.
Die Kluft zwischen den Versprechen der Union und der Realität, die die Menschen täglich spüren, wächst – von Sicherheitsrisiken über Migration bis hin zu wirtschaftlicher Unsicherheit. Viele Österreicher zweifeln, ob Brüssel überhaupt in der Lage ist, die Herausforderungen der nächsten Jahre wirksam zu meistern.
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