EU verteuert Importe: Neue CO₂-Abgabe trifft Industrie und Konsumenten
Seit 1. Jänner gilt eine neue EU-Abgabe auf Importe von Stahl, Aluminium und Düngemitteln. Offiziell soll sie Europas Industrie schützen – Kritiker warnen jedoch vor höheren Preisen und neuen Belastungen für den Standort Europa.
Seit dem 1. Januar ist die EU-Verordnung zum sogenannten CO₂-Grenzausgleich in Kraft. Unternehmen, die energieintensive Produkte wie Stahl, Aluminium, Düngemittel oder Wasserstoff in die Europäische Union importieren, müssen nun eine CO₂-Abgabe zahlen. Dafür sind Zertifikate zu erwerben, deren Anzahl sich an den verursachten Emissionen orientiert. Laut Euronews liegt der Preis pro Zertifikat – entsprechend einer Tonne CO₂ – zwischen 70 und 100 Euro.
Die EU begründet die Maßnahme damit, die heimische Industrie schützen zu wollen. Da europäische Produzenten bereits über das Emissionshandelssystem ETS CO₂-Abgaben zahlen müssen, soll verhindert werden, dass Unternehmen ihre Produktion in Länder ohne vergleichbare Klimaregeln verlagern.
Viele Sektoren betroffen
Betroffen sind jedoch nicht nur Rohstoffe. Auch fertige Produkte wie Bahnschienen, Schleusentore, Aluminiumdrähte oder große Behälter aus Aluminium fallen unter die Regelung. Bei Düngemitteln können sogar sogenannte indirekte Emissionen – etwa aus der Stromerzeugung – in die Berechnung einfließen. Die Berechnung erfolgt nach komplexen EU-Formeln und muss von anerkannten Prüfern bestätigt werden.
Neben der Abgabe kommen umfangreiche Berichts- und Meldepflichten hinzu. Bereits seit Oktober 2023 müssen Importeure quartalsweise detaillierte Angaben zu Warenmengen und Emissionen machen. Versäumnisse können nun auch Sanktionen nach sich ziehen.
Schaden für Wirtschaft?
Kritiker warnen, dass der CO₂-Grenzausgleich der europäischen Wirtschaft mehr schaden als nutzen könnte. Laut Material haben sich unter anderem der US-Energieminister, aber auch Länder wie Indien, Südafrika und China gegen die Regelung ausgesprochen. Befürchtet wird, dass Importe zurückgehen, europäische Unternehmen weiter unter hohen CO₂-Kosten leiden – und steigende Preise am Ende bei Konsumenten und Betrieben ankommen.
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