Ricarda Lang beschreibt ihren Alltag derzeit deutlich persönlicher als in der Zeit an der Grünen-Spitze. Seit ihrem Rückzug habe sie Gewicht verloren und trainiere regelmäßig – nicht als politisches Statement, sondern als Veränderung, die ihr nach eigenen Worten Gesundheit und Wohlbefinden bringt, wie sie gegenüber dem Spiegel erklärt. Interessant ist der Kontrast zu einer früheren Haltung: Sich überhaupt mit dem eigenen Gewicht zu beschäftigen, empfand Lang einmal als „unfeministisch“. Heute klingt das pragmatischer – und wirft zugleich die Frage auf, wie schnell sich moralische Etiketten in öffentlichen Debatten verschieben.

Lang spricht zudem über ihre Hemmschwellen: Der Gedanke an Sport habe lange Angst ausgelöst, geprägt vom Sportunterricht und dem Gefühl, als korpulentes Kind „nicht mitzukommen“. Der erste Gang ins Fitnessstudio sei eine Überwindung gewesen. Schnell habe sie jedoch erkannt, dass sich dort niemand für sie interessiere, weil alle mit sich selbst beschäftigt seien.

Lang strebt derzeit kein Spitzenamt an

Neben dem privaten Ton schwingt im Interview auch die Karrierefrage mit: Nach ihrem Rücktritt dachte Lang zeitweise über einen kompletten Ausstieg aus der Politik nach, entschied sich dann aber, im Bundestag zu bleiben. Ein neues Spitzenamt strebt sie vorerst nicht an.