Sana Ebrahimi, im Iran aufgewachsen und heute Doktorandin in den USA, ist auf X einer großen Followerschaft bekannt. Dort äußert sie sich meist zu politischen Themen – überdies bekennt sie offen: „Ich bin Ex-Muslimin.“ Umso tiefer traf sie die Gedenkfeier für Charlie Kirk, ganz besonders die Rede seiner Witwe Erika Kirk, wie sie offen zugab.

Tief bewegt von Feier des Lebens und Gottes Liebe

Ebrahimi schilderte den starken Kontrast zu ihren eigenen Erfahrungen: „Was mich am tiefsten berührt hat, war, dass – obwohl der Tod schwer wiegt und dieser Anlass von Natur aus traurig war – die gesamte Veranstaltung von einem feierlichen Geist durchzogen war, der das Leben ehrte. Dieser Kontrast hat mich tief getroffen.“

„Seine Mission ist jetzt auch meine Mission“: Erika Kirk übernimmt nach dem Attentat die Leitung der von ihrem Mann gegründeten Organisation Turning Point USA.APA/AFP/Patrick T. Fallon

In islamischen Beerdigungen, berichtet Ebrahimi, stehe dagegen die Angst im Vordergrund: „Die Beziehung zu Gott ist durch Furcht geprägt. Beerdigungen sind überwältigend traurig, oft erfüllt von Warnungen vor der schrecklichen ersten Nacht im Grab. So bin ich aufgewachsen – und dann mitzuerleben, wie Menschen das Leben feiern, von Gottes Liebe sprechen und jemanden durch die Spuren, die er in anderen hinterlassen hat, in Erinnerung halten: Das war so erfrischend, so tröstlich, so positiv.“

„Keine Gewalt, keine Aufstände – und ein Lächeln“

Am meisten beeindruckten sie die Worte von Erika Kirk. Die Witwe berichtete, wie sie ihren ermordeten Mann zum letzten Mal sah: „Am Nachmittag des 10. September kam ich in ein Krankenhaus in Utah, um das Unvorstellbare zu tun: Meinen ermordeten Mann anzusehen. Ich sah die Wunde, die sein Leben beendet hatte. Ich fühlte Schock, Entsetzen und einen Schmerz, den ich zuvor nicht kannte. Aber ich sah auch etwas anderes: Selbst im Tod sah ich den Mann, den ich liebe.“ Und weiter: „Ich sah noch etwas: auf seinen Lippen ein kaum wahrnehmbares Lächeln.“

Erika Kirk sprach auch von einer geistlichen Erweckung nach der Tat: „Nach Charlies Ermordung gab es keine Gewalt, keine Aufstände, keine Revolution. Stattdessen geschah, wofür Charlie immer gebetet hatte: eine Erweckung. Wir sahen Menschen, die nach Jahren zum ersten Mal wieder eine Bibel aufschlugen, die zum ersten Mal seit ihrer Kindheit beteten, die zum allerersten Mal einen Gottesdienst besuchten.“

„Ich vergebe ihm, weil es das ist, was Charlie tun würde“

Besonders eindringlich waren ihre Worte der Vergebung: „Mein Mann, Charlie. Er wollte junge Männer retten, genau wie den, der ihm das Leben nahm. … So wie Jesus sagte: ‚Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun‘ – so sage auch ich: Ich vergebe ihm. Ich vergebe ihm, weil es das ist, was Christus tat, was Charlie tun würde. Die Antwort auf Hass ist nicht Hass. Die Antwort, das wissen wir aus dem Evangelium, ist Liebe – und immer Liebe. Liebe zu unseren Feinden und Liebe zu denen, die uns verfolgen.“

„Das ist eine Kraft, die über Worte hinausgeht“

Für Sana Ebrahimi war das kaum fassbar: „Ich kann mir kaum vorstellen, welche Stärke es braucht, eine so bedeutungsvolle Rede zu halten, nachdem man die Liebe seines Lebens verloren hat. Aber noch unbegreiflicher ist für mich die Größe, der Person zu vergeben, die einem die Welt zerstört hat.“ Und weiter: „Ich kann mir nicht vorstellen, selbst auf einer Bühne zu stehen, Liebe an jene zu senden, die den Mord an deinem Mann bejubelt haben, oder andere einzuladen, Gottes Liebe weiterzutragen – nur weil sie sagte: ‚Wir antworten auf Hass nicht mit Hass.‘ Das ist eine Kraft, die über Worte hinausgeht.“

Und Ebrahimi zieht ein bemerkenswertes Fazit: „Ich kenne das Christentum nicht gut. Aber wenn es das ist, was es wirklich verkörpert, dann beneide ich all jene, die dieses Gefühl erfahren dürfen.“

Unser Partnel-Portal NiUS ist vor Ort bei der Gedenkveranstaltung für Charlie Kirk und berichtete live.