Dieser sei “in höchstem Ausmaß geeignet”, heißt es in den Ministerratsprotokollen. Das Vorschlagsrecht kam laut Koalitionsabkommen den NEOS zu. Über die elektronische Verlautbarungs- und Informationsplattform (EVI) des Bundes seien drei Bewerbungen für den Posten eingelangt.

Zunächst hatten sich die NEOS nach einem internen Hearing für den Erstgereihten Helmut Berger entschieden, der bis 2022 elf Jahre lang Leiter des Budgetdienstes der Parlamentsdirektion war. Nach der kurzfristigen Absage des 68-jährigen Bergers aus “Gründen, die seinen höchstpersönlichen Lebensbereich betreffen”, hatten die Liberalen Anfang März dann den früheren Nationalratsabgeordneten Loacker vorgeschlagen.

ÖVP sauer über Loacker-Nominierung

Der 52-jährige Vorarlberger ist gelernter Jurist und arbeitet mittlerweile als Unternehmensberater, nachdem er auf eine weitere Kandidatur für den Nationalrat verzichtet hatte. Die Amtszeit des aktuellen EuRH-Mitglieds, Helga Berger, läuft Ende Juli aus. Loacker selbst rechnet aber eher damit, Anfang Oktober auf seinem neuen Posten starten zu können, wie er gegenüber den Vorarlberger Nachrichten (VN) erklärte. Davor muss er noch vom Hauptausschuss im Nationalrat grünes Licht erhalten, ein Hearing im Haushaltskontrollausschuss des EU-Parlaments durchlaufen und schlussendlich vom EU-Parlament bestätigt werden. Das Mandat läuft bis 2032.

Die Entscheidung für Loacker wurde von allen drei Koalitionspartnern – ÖVP, SPÖ und NEOS – mitgetragen. Der entsprechende Ministerratsvortrag stammt vom ÖVP-Bundeskanzler Christian Stocker. Laut einem Bericht der Zeitung Krone scheint man in der Volkspartei aber keine Freude mit der Entscheidung zu haben. Der Artikel legt nahe, dass sich das jetzige Rechnungshof-Mitglied Berger nochmals beworben habe, im NEOS-Hearing aber hinter Loacker gereiht wurde. “Eine qualifizierte, erfahrene Frau unterliegt im Hearing. Ein Parteigünstling wird inthronisiert”, zitiert die Zeitung ÖVP-Generalsekretär Nico Marchetti dazu.

Berger selbst startete ihre Karriere als Kabinettschefin der früheren freiheitlichen Vizekanzlerin Susanne Riess-Hahn (damals noch Riess-Passer). Später wurde sie von der ÖVP unterstützt und (vergeblich) als Rechnungshof-Präsidentin vorgeschlagen. Seit 2020 vertrat sie Österreich schließlich im EU-Rechnungshof.

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