Erst der Boykott-Druck, dann die Ausladung – und jetzt eine Überraschung: Der linke Falter sollte die Thiel-Veranstaltung bei den Wiener Festwochen mitorganisieren und moderieren. Doch der rechte Tech-Milliardär blockte ab: die Wochenzeitung sei „nicht neutral genug“.
Eigentlich sollte der US-Tech-Milliardär und Paypal-Mitgründer, Peter Thiel, bei den Wiener Festwochen sprechen. Doch im letzten Moment wurde er doch ausgeladen – von Intendant Milo Rau höchstpersönlich. Der Grund: Künstler haben damit gedroht, die Wiener Festwochen zu boykottieren, sollte der Thiel, der den Wahlkampf von Trump und JD Vance unterstützte, auftreten. Der französische linke Starphilosoph Geoffroy de Lagasnerie war einer der ersten, der absagte, erzählt Rau im Interview mit dem Standard. Rau sagte, er müsse „das Festival letztlich schützen“, er könne „es nicht opfern für eine einzige Sache“, die er „wichtig“ finde.
Rau wollte, dass der Falter die Organisation übernimmt
Dann sagt Rau in demütigem Ton: „Im Fall der Thiel-Debatte habe ich mich als Kurator und Moderator ja selbst gecancelt, (…)“. Doch jetzt kam ans Licht: Rau hätte ursprünglich gar nicht moderieren sollen.
Der Intendant wollte, dass die linke Wochenzeitung Falter die Moderation übernimmt und fragte sie an. Doch nicht nur das: Rau wollte auch, dass die Zeitung die Veranstaltung organisiert. Das berichtete Falter-Chefredakteur Florian Klenk am Dienstagabend auf der Plattform Bluesky. Der konservative Blog „Der März“ berichtete auf „X“ zuerst davon.

Der Falter hätte „gerne“ moderiert, schreibt Klenk. Was kam dazwischen? Peter Thiel höchstpersönlich. Als es noch Verhandlungen mit ihm über die Durchführung des Debattierabends gab, ließ er ausrichten, dass er nicht wolle, dass die linke Zeitung moderiere. Als Grund nennt der rechte Milliardär, der in Deutschland geboren wurde: Der Falter sei ihm „nicht neutral genug“, schreibt Klenk.
Der Chefredakteur kommentiert in einem weiteren Post: „Das ist bemerkenswert – gerade bei Themen wie Redefreiheit und der Macht der Tech-Eliten. Er wollte sich den Moderator aussuchen.“
Thiel durchschaute das linke Blatt
Da lässt sich nur sagen: In ihrem eigenen Universum sehen sich Klenk und Falter an der Spitze der angeblich neutralen und unabhängigen Medien. Doch ein Blick über den eigenen Tellerrand würde reichen, um zu sehen, dass mitnichten alle diese Ansicht teilen. Peter Thiel lässt sich nicht einlullen, sondern informiert sich vorab über die Protagonisten einer Veranstaltung, auf der er sprechen soll.
Durch Steuerzahler finanziert
Der Falter wird unter anderem mit Steuergeldern finanziert. 2024 erhielt das Blatt eine Presseförderung in der Höhe von 187.646 Euro. Durch Inserate der Stadt Wien, Arbeiterkammer und dem ORF kommen noch einmal stattliche Summen vom Steuerzahler dazu. Im selben Jahr floßen 206.707,27 Euro von der Stadt Wien und ihren Unternehmen an die linke Wochenzeitung (der
Wie Wir Mit Unseren Orf Zwangsgebuehren Den Falter Finanzieren
berichtete).

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