Die diplomatischen Gespräche endeten ohne Durchbruch, doch militärisch folgte rasch eine Antwort. Laut einem Medienbericht sind in der Nacht zum Donnerstag erste europäische Soldaten auf Grönland eingetroffen, darunter auch Angehörige der französischen Streitkräfte. Der Zeitpunkt ist brisant, denn die Landung erfolgte nur wenige Stunden nach dem weitgehend ergebnislosen Gipfel zwischen den USA, Dänemark und Grönland in Washington D.C.

Französische Soldaten an Bord dänischer Militärmaschine

Wie die „BILD“-Zeitung berichtet, ist in der Nacht eine Hercules-Militärmaschine der dänischen Armee in der grönländischen Hauptstadt Nuuk gelandet. An Bord befanden sich demnach nicht nur dänische, sondern auch französische Offiziere und Soldaten.

Laut dem Bericht ist eine zweite Militärmaschine auf einem dänischen Stützpunkt auf der Insel gelandet. Damit wären im Rahmen dieser aktuellen Entwicklung erstmals französische Soldaten direkt in Grönland präsent.

Einsatz nach Gipfel-Ende gestartet

Besonders auffällig ist der zeitliche Zusammenhang. So soll der Abflug der ersten Einheiten erst erfolgt sein, nachdem die Gespräche zwischen Vertretern der US-Regierung, Dänemarks und Grönlands am Mittwoch in Washington weitgehend ergebnislos zu Ende gegangen waren.

Die Stationierung der Soldaten sei über mehrere Tage hinweg vorbereitet worden, jedoch bewusst geheim gehalten. Die Koordination des Einsatzes erfolge demnach von Kopenhagen aus und nicht über den NATO-Standort Brunssum in den Niederlanden.

Auch Bundeswehr schickt Personal nach Nuuk

Auch die deutsche Bundeswehr will am Donnerstagmorgen nachziehen. Insgesamt sollen 13 deutsche Militärangehörige nach Nuuk entsendet werden. Laut Verteidigungsministerium soll die Mission die Rahmenbedingungen für mögliche militärische Beiträge zur Unterstützung Dänemarks bei der Gewährleistung der Sicherheit in der Region erkunden. Dazu zählen beispielsweise Fähigkeiten zur Seeraumüberwachung.