Jetzt wird’s absurd: Regierung will Kuhfürze fürs Klima messen
Ein neuer Plan aus dem Klimaschutzprogramm sorgt für Kopfschütteln. Anstatt greifbare Entlastungen zu schaffen, setzt die Politik auf Messgeräte im Stall. Kritiker sprechen von einer Symbolpolitik, die Milliarden kostet.
In der Klimapolitik geraten selbst Kühe und Ställe zunehmend ins Visier staatlicher Maßnahmen.APA/ZOOM.TIROL
Was zunächst wie Satire klingt, ist Teil eines offiziellen Regierungsentwurfs. Mit dem „Klimaschutzprogramm 2030“ will die deutsche Bundesregierung ihre Klimaziele absichern und greift dabei zu Maßnahmen, die von vielen als realitätsfern empfunden werden. Darin enthalten sind milliardenschwere Förderpläne, neue Vorschriften für Alltag und Wirtschaft sowie ein besonders umstrittener Punkt: ein staatliches Furz-Messprogramm für Kühe, wie die BILD berichtete.
Kühe im Fokus der Klimapolitik
Umweltminister Carsten Schneider (SPD) lässt derzeit das „Klimaschutzprogramm 2026“ erarbeiten. Das Ziel besteht darin, den Ausstoß von Treibhausgasen bis 2030 um mindestens 65 Prozent gegenüber 1990 zu senken. Ab 2045 soll unterm Strich gar kein CO₂ mehr ausgestoßen werden, was als „Klimaneutralität“ bezeichnet wird.
Teil des Programms ist auch die Landwirtschaft. Der SPD-Politiker plant dort unter anderem ein Furz-Messprogramm für Kühe sowie die Züchtung von Milchkühen, die weniger Methan ausstoßen sollen. Methan gilt als klimaschädliches Gas, sodass nun auch der Stall zum Messlabor werden soll.
Milliarden für Klima – und neue Abgaben im Alltag
Der Entwurf, der der BILD vorliegt, umfasst 331 Seiten und wird teuer. Allein aus dem Klimaschutzfonds (KSF) sollen jährlich mehr als zehn Milliarden Euro fließen. Zusätzlich will die Regierung an „innovativen Finanzierungsansätzen (Bürgschaften, Garantien, Eigenkapitalbeteiligungen)” arbeiten. Ergebnisse dazu sollen bis Herbst 2026 vorliegen.
Auch der Verkehr soll weiter umgebaut werden: Ab 2035 sollen nur noch Elektroautos zugelassen werden. Bis 2040 müssen Elektrofahrzeuge „ca. 70 Prozent des gesamten PKW-Bestands in Deutschland ausmachen”. Benzin wird über den CO₂-Preis verteuert, während E-Autos mit bis zu 6.000 Euro gefördert werden sollen – abhängig vom Einkommen und der Anzahl der Kinder.
Zusätzlich sind 350 Schnellladesäulen für E-LKWs, mehr Radwege, neue Fahrradstellplätze an Bahnhöfen sowie ein Ausbau des Bahnnetzes für den Personen- und Güterverkehr geplant.
Vom Auto bis zum Spaziergang reguliert
Selbst der Fußweg bleibt nicht verschont. Schneider möchte gezielt Spaziergänge fördern („Fußverkehrförderung“). Künftig sollen Einwohner alles in ihrer Straße erledigen können: Geschäfte, Behörden, Alltag. Dieser Ansatz trägt den Namen „One Stop Shop”.
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