Eine davon prallte gegen den Schornstein eines Kraftwerks in Estland, während die andere in Lettland abstürzte, wie die Regierungen der beiden baltischen Länder mitteilten. Die Drohnen seien Teil eines größeren ukrainischen Angriffs auf Ziele in Russland gewesen, erklärten die Behörden.

Verletzte oder größere Schäden habe es bei dem Vorfall an dem estnischen Kraftwerk Auvere, das nur zwei Kilometer von der russischen Grenze entfernt liegt, nicht gegeben. Bereits am Montag war nach litauischen Angaben eine ukrainische Drohne in einen See in dem Land abgestürzt.

"Drohnen auf Gebiete aller drei baltischer Staaten"

“Der vom Aggressor Russland provozierte Krieg hat uns an diesen Punkt gebracht, an dem innerhalb von 48 Stunden Drohnen auf die Gebiete aller drei baltischen Staaten fallen”, sagte der litauische Verteidigungsminister Robertas Kaunas am Mittwoch. “Es ist offensichtlich, dass die Luftverteidigung nicht nur in Litauen, sondern in der gesamten NATO eine Herausforderung ist.” Der estnische Außenminister Margus Tsahkna erklärte, die Drohne sei nicht auf Estland gerichtet gewesen. “Dies ist eine konkrete Folge des umfassenden Angriffskrieges Russlands.” Auch der lettische Präsident Edgars Rinkevics bestätigte, dass es sich bei der in seinem Land abgestürzten Drohne um eine ukrainische gehandelt habe.

Die Vorfälle ereigneten sich etwa zur gleichen Zeit, als ukrainische Drohnenangriffe russischen Angaben zufolge Ölanlagen in den russischen Ostseehäfen Primorsk und Ust-Luga in Brand setzten. Die Ukraine hat in den vergangenen Wochen ihre Angriffe auf russische Ölraffinerien und Exportinfrastruktur verstärkt, um die Kriegswirtschaft der Führung in Moskau zu schwächen. Die beiden attackierten russischen Ostseehäfen waren auch schon am Sonntag angegriffen worden. Nach Angaben aus Lettland drang eine dritte Drohne kurzzeitig von Belarus aus in den lettischen Luftraum ein, bevor sie nach Russland weiterflog.