Wie aus CDU-Kreisen zu hören ist, gibt es parteiintern Sorgen vor einem strategischen Schachzug der Grünen. Hintergrund: Merkel genießt vor allem bei Grünen-Wählern weiterhin hohe Beliebtheit. Denkbar wäre demnach, dass die Grünen – etwa Baden-Württembergs Spitzenkandidat Cem Özdemir – sie als Kandidatin für das höchste Staatsamt ins Spiel bringen – berichtet die Bild.

Für CDU-Chef Friedrich Merz wäre das politisch heikel. Zwischen ihm und Merkel herrscht seit Jahren ein angespanntes Verhältnis. 2002 verlor Merz unter Merkel den Fraktionsvorsitz, später wurde er zu einem ihrer schärfsten innerparteilichen Kritiker.

Zwickmühle für Merz?

Trotz der bekannten Differenzen verbindet beide das CDU-Parteibuch. Sollte Merkel von anderer Seite nominiert werden, stünde Merz vor einer schwierigen Entscheidung: Eine Kandidatin aus den eigenen Reihen öffentlich ablehnen? Politisch kaum vorstellbar.

Wie nervös man in Parteikreisen ist, zeigt ein weiteres Detail: Nach Informationen aus dem Umfeld wird darüber nachgedacht, schon in den kommenden Wochen einen eigenen CDU-Kandidaten oder eine eigene Kandidatin vorzuschlagen – obwohl die Wahl erst im Februar 2027 ansteht. Ein ungewöhnlich früher Zeitpunkt.

Wer sonst im Rennen ist

In der CDU gelten zwei Namen als aussichtsreich: Bildungsministerin Karin Prien (60), die als liberal gilt, sowie Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (53), die dem konservativen Lager zugerechnet wird.

Die Union stellt in der Bundesversammlung zwar die größte Fraktion, benötigt für eine Mehrheit aber Unterstützung anderer Parteien. Klöckner gilt wegen ihrer Nähe zu Merz bei SPD und Grünen als schwer vermittelbar. Merkel hingegen könnte parteiübergreifend mehr Zustimmung finden.

Auffällige Signale

In der Parteiführung wird zudem registriert, dass Merkel zuletzt wieder häufiger öffentlich auftritt. Ihre Veranstaltungen sind gut besucht. Auch ihre angekündigte Teilnahme am CDU-Bundesparteitag ab 20. Februar sorgt für Aufmerksamkeit – in den vergangenen Jahren war sie dort nicht präsent.