Grönemeyer-Wutrede in Wien: Rechte sollen „in ihren Löchern verschwinden“
Eigentlich sollte es ein musikalischer Abend werden, doch Herbert Grönemeyer nutzte die Bühne der Wiener Stadthalle für eine politische Abrechnung. Mit seinen scharfen Worten gegen „die Rechten“ löste er massive Kritik unter den Konzertbesuchern aus.
Herbert Grönemeyer sorgte in der Wiener Stadthalle mit einer scharfen politischen Rede für heftige Reaktionen im Publikum.IMAGO/Berlinfoto
Zwischen Hits und Emotionen wurde es plötzlich politisch. Herbert Grönemeyer sprach nicht nur über Musik, sondern hielt auch eine Wutrede über Demokratie, Migration und „rechtes Geschwafel“. Für viele im Publikum war das zu viel: Sie fühlten sich belehrt, ausgegrenzt und angegriffen.
Rechte sollen „in ihren Löchern verschwinden“
„Ich werde bald 70 und hätte nicht gedacht, dass ich in meinem Leben noch einmal für die Demokratie eintreten muss“, sagte Grönemeyer in der Wiener Stadthalle. „Wir sind politisch demokratisch und bleiben politisch demokratisch.“
Dann legte er nach: Er werde „so lange durchhalten, bis diese ganze Hetze und die Menschen mit ihrem furchtbaren rechten Geschwafel wieder in ihren Löchern verschwinden und uns endlich in Ruhe lassen“. Besonders brisant: Grönemeyer sprach allgemein von „den Rechten“, ohne zu differenzieren.
Unter den Konzertbesuchern befand sich auch der FPÖ-nahe Politikberater Stefan Petzner. Für ihn war spätestens bei diesem Satz Schluss. Ihn entsetzte vor allem die pauschale Formulierung. „Jeder Bürger dieses Landes, der sich politisch rechts der Mitte einstuft, soll also laut Grönemeyer ‚verschwinden‘. Es wäre interessant zu erfahren, welche Art von ‚Löchern‘ er genau meint, in die sie alle verschwinden sollen“, so Petzner.
„Zum Zahlen sind wir gut genug“
Bereits zuvor hatte sich Petzner während des Konzerts mehrfach provoziert gefühlt. Grönemeyer widmete das zweisprachige deutsch-türkische Lied „Doppelherz” allen Migranten und bezeichnete es als „widerlich”, Flüchtlingen das Leben hier zu verbieten.
Für Petzner war dies ein Affront gegenüber einem Teil des Publikums. „Für das Zahlen der teuren Tickets sind wir gut genug, aber gesungen wird für Migranten und Flüchtlinge – nicht mit mir“, erklärte er. Auch Grönemeyers Aussage, Menschen mit Migrationshintergrund hätten dieses Land mitaufgebaut, ließ Petzner nicht unwidersprochen. „Ich weiß nicht, welches Land er da meinte, Österreich sicher nicht“, so der Politikberater.
In den sozialen Netzwerken findet Petzner Zuspruch. Mehrere Konzertbesucher äußerten ihren Unmut. Ein User schrieb: „Eigentlich furchtbar, wenn man Eintritt bezahlt und dann eine linke politische Hassrede zu hören bekommt.“ Petzner formulierte es noch deutlicher: „Wenn Herr Grönemeyer Politik machen will, dann soll er die Konzertbühne in eine Wahlkampfbühne umtaufen und Reden auf Dorfplätzen halten.“
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