Federführend hinter dem Ramadan-Abend im Bundestag war unterschiedlichen Posts zufolge die muslimische und syrischstämmige Bundestagsabgeordnete Lamya Kaddor. In einem zugehörigen Instagram-Post sprach sie von „besonderer Zeit, besonderer Ort, besonderer Abend“. „Zum ersten Mal“ habe „im Namen einer Fraktion ein gemeinsames (politisches Fastenbrechen) im Deutschen Bundestag“ stattgefunden.

Auch der Grüne Parteivorsitzende Felix Banaszak und die Fraktionsvorsitzende Britta Haßelmann waren anwesend. Mit einem reichhaltigen Büfett und einem gemeinschaftlichen Gebet feierte man das muslimische Fastenbrechen. Das Gebet fand dabei nach Geschlechtern getrennt statt. Insgesamt seien 150 Gäste dabei gewesen, so Kaddor. Auch Professoren hielten Reden, wie der Islamforscher Bekim Agai.

Kaddor kritisierte nach Selbstaussage in ihrer Rede, dass der Islam „öffentlich und medial verengt“ dargestellt und ausgegrenzt würde. Ein Video, mit dem sie die Ramadan-Veranstaltung im Bundestag präsentierte, unterlegte sie mit orientalischer Musik.

Islam-nahe steuergeldgeförderte NGOs vor Ort

Vor Ort war ebenfalls die Muslim-nahe sogenannte NGO „CLAIM“. Sie setzt sich gegen vermeintlich „antimuslimischen Rassismus“ und „Islam- und Muslimfeindlichkeit“ ein. Allein 2024 erhielt die Organisation 1,3 Millionen Euro Steuergeld. Das Familienministerium fördert sie über das Bundesprogramm „Demokratie leben!“.

Bei anderen Religionen kritisieren Mitglieder der Organisation immer wieder eine staatliche Nähe. Der Initiator des Trägervereins „Teilseiend e.V.“, Isa Panz, hatte 2025 einen Chanukka-Leuchter vor dem Brandenburger Tor mit den Worten kommentiert: „Verkommen wir hier zu einem Judenstaat?“ Zionistische Juden bezeichnete er als „Krankheit“. Nach Kritik an den Aussagen zog er sich aus dem Verein zurück.

NGO für Deutsch-Türken vor Ort

Ebenfalls geladen: das Projekt „Muslimisch gelesene Vielfalt im Gespräch“ der sogenannten NGO „Türkische Gemeinde in Deutschland e.V.“. Der Verein erhielt allein 2024 über 6 Millionen Euro an Steuergeldern. Die Organisation versteht sich explizit als „Interessenvertretung türkischstämmiger Menschen in Deutschland“. Wegen der Verwendung eines ethnisch-kulturellen Volksbegriffs in Bezug auf Deutsche fordern die Grünen dagegen ein Verbot der AfD.

Der Verein „Türkische Gemeinde in Deutschland e.V.“ behauptet, Muslime würden in Deutschland „systematisch benachteiligt“. Hierdurch würde das „Vertrauen in die Demokratie“ untergraben. Auch den Verein „Türkische Gemeinde in Deutschland e.V.“ und sein Projekt „Muslimisch gelesene Vielfalt im Gespräch“ fördert das Familienministerium im Rahmen von „Demokratie leben!“.

Ebenfalls anwesend waren einige muslimische Organisationen aus Nordrhein-Westfalen, wie „Ramadan-NRW“ und „Islamische Akademie NRW e.V.“.

Kaddor verharmlost migrantische Kriminalität

Die Grüne Bundestagsabgeordnete und Fastenbrechen-Organisatorin Lamya Kaddor fällt immer wieder mit Relativierungen von migrantischer Kriminalität oder Islamismus auf. Als der AfD-Bundestagsabgeordnete Maximilian Kellner im Bundestag kürzlich die häufigsten Namen arabischer Clankriminalität in Deutschland nannte – Al Zein, Abou Chaker und Remmo –, entgegnete sie, allein die Benennung zeige, dass die AfD „völkisch“ denke. Sie erklärte, die Clans seien „mittlerweile alle deutsch-deutsche Familien“.

NIUS fragte bei der Grünen Bundestagsfraktion an, warum die Veranstaltung nicht auf der offiziellen Veranstaltungsseite der Fraktion gelistet war. Eine Antwort auf die Anfrage steht aus.

Grüne treiben Ausbau muslimischer Strukturen voran

Der Abend im Bundestag ist kein Einzelfall, sondern passt zu einer grundsätzlichen Linie der Grünen in der Islampolitik. Die Fraktion hat unter dem Titel „Vielfältiges muslimisches Leben in Deutschland fördern“ einen Antrag mit 24 Einzelpunkten beschlossen. Dahinter steht die Vorstellung, dass muslimische Verbände, religiöse Praxis und islambezogene Anliegen in Deutschland stärker berücksichtigt und staatlich unterstützt werden sollen, berichtet auch der Tagesspiegel.

Konkret geht es dabei um spürbare Veränderungen im Alltag und im öffentlichen Raum. Die Grünen wollen erreichen, dass Beschäftigte islamische Feiertage leichter begehen können, etwa durch Freistellungen oder flexiblere Arbeitszeiten. Moscheen sollen stärker geschützt werden, zugleich sollen staatliche und private Stellen stärker für angebliche Muslimfeindlichkeit sensibilisiert werden. Auch Kopftuchverbote im öffentlichen Dienst sehen die Grünen als Hindernis, das beseitigt werden soll.

Hinzu kommen Forderungen, die auf einen dauerhaften Ausbau muslimischer Organisationsstrukturen hinauslaufen. Muslimische Verbände und Träger sollen enger mit dem Staat zusammenarbeiten, auf Dauer besser gefördert und etwa in der Wohlfahrtspflege stärker berücksichtigt werden. Außerdem dringen die Grünen auf islamischen Religionsunterricht an staatlichen Schulen und auf schärfere Regeln im Antidiskriminierungsrecht, um muslimische Organisationen und Kläger juristisch besser zu stellen.

Dieser Beitrag ist ursprünglich bei unserem Partner-Portal NiUS erschienen.