Handschlag verweigert - Grüner nennt FPÖ-Kollegen „Fascho“
Zwei Stunden und 40 Minuten dauerte die Debatte im Innsbrucker Gemeinderat. Diskutiert wurden die Budgeterstellung, der Verkauf der IIG-Wohnungen und die Zukunft des Langblocks. Es war der Sondergemeinderat und zugleich das erste Zusammentreffen des Gremiums im Jahr 2026.
Was danach folgte, hatte mit den behandelten Sachthemen nichts mehr zu tun – sorgte aber für umso mehr öffentliche Aufmerksamkeit.
Fabian Walch, seit 2024 Gemeinderat und Klubobmannstellvertreter der FPÖ, schildert die Situation in einem 1:27 Minuten langen Video, aufgenommen vor dem Eingang zum Gemeinderatssaal.
Er beschreibt, wie er nach der Sitzung dem grünen Klubobmann Lukovic ein gutes neues Jahr wünschen wollte und ihm die Hand entgegenstreckte. Lukovic habe darauf mit „sicher nicht“ reagiert. Wenige Schritte später, so Walch, habe sich Lukovic noch einmal umgedreht und gesagt:
„Dir wünsche ich sowieso nur das Allerschlechteste, weil Du ein mieser Faschist bist.“
Walch erklärt in seinem Video, dass ihn diese Reaktion überrascht habe. Er kritisiert den Umgangston und verweist darauf, dass Lukovic nicht nur Klubobmann der Grünen sei, sondern auch Ausschussvorsitzender im Finanz- und Digitalisierungsausschuss.
In seinem Statement stellt Walch die Frage, wie weit der politische Umgang gekommen sei und ob eine solche Haltung mit leitenden Funktionen vereinbar sei. Er betont, dass politische Auseinandersetzungen zwar hart geführt werden könnten, es aber einen Unterschied zwischen politischem Streit und persönlichem Umgang gebe.
Er spricht davon, dass man Politik und Menschliches trennen müsse – etwas, das seiner Ansicht nach nicht mehr gelinge.
Lukovic reagiert auf Instagram
Dejan Lukovic, seit 2018 Gemeinderat und Klubobmann der Grünen, reagiert mit einem 37 Sekunden langen Video auf Instagram.
Zu Beginn ist Fabian Walch in Schwarz-Weiß zu sehen, eingeblendet mit dem Satz: „Dir wünsche ich sowieso nur das Allerschlechteste“. Danach spricht Lukovic selbst.
Er bezeichnet Walch mehrfach als „Faschisten“ und erklärt, warum er ihm weder die Hand gegeben noch Neujahrswünsche ausgesprochen habe. Als problematische Umgangsformen nennt Lukovic unter anderem die Verwendung von Begriffen wie „Asyltourismus“, „Remigration“ oder „Asylindustrie“, das Einbringen entsprechender Politik in Anträge sowie Vernetzungen mit Rechtsextremen in Deutschland.
Seine Haltung fasst Lukovic klar zusammen:
„Faschisten habe ich ganz einfache Umgangsformen: kein persönlicher Umgang, ihnen das schlechstmögliche zu wünschen und politisch zu bekämpfen.“
Begleitend zum Video schreibt Lukovic, dass er keinen persönlichen Umgang mit „Faschisten“ pflege und lädt seine Follower zur Diskussion ein. Er merkt zudem an, dass sich Walch nicht darüber beschwere, als Faschist bezeichnet zu werden.
FPÖ Tirol fordert Rücktritt
Der Streit bleibt nicht ohne politische Folgen. Der Generalsekretär der FPÖ Tirol, Landtagsabgeordneter Patrick Haslwanter, erklärt in einer Aussendung, Dejan Lukovic sei „endgültig rücktrittsreif“. Bürgermeister Johannes Anzengruber wird aufgefordert, die Zusammenarbeit mit den Grünen in Innsbruck zu hinterfragen.
Haslwanter spricht von „blankem Hass“ und kritisiert, dass Lukovic seine Umgangsformen öffentlich darstelle und andere indirekt dazu auffordere, es ihm gleichzutun. Er verweist in diesem Zusammenhang darauf, dass Mandatare und Mitarbeiter immer wieder Ziel von Anfeindungen seien und Einrichtungen der FPÖ Tirol regelmäßig Vandalenakten ausgesetzt würden.
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