Während die Spannungen zwischen Iran und den USA zunehmen, geraten führende Vertreter des iranischen Regimes zunehmend unter Druck – diesmal nicht nur politisch, sondern auch moralisch. Wie The Guardian berichtete, werfen Oppositionelle und Analysten der Machtelite offene Heuchelei vor: Während im eigenen Land Repression und wirtschaftliche Not herrschen, leben viele ihrer Kinder ein privilegiertes Leben im Westen.

Im Zentrum der Kritik stehen sogenannte „Aghazadehs“ – Nachkommen hochrangiger Funktionäre. Schätzungen zufolge leben Tausende Angehörige der Elite in den USA, Europa oder Australien. Dort studieren sie an renommierten Universitäten oder arbeiten in einflussreichen Positionen, etwa im Finanz- oder Wissenschaftsbereich.

Auch Professoren an Hochschulen

Besonders brisant: Einige dieser Personen lehren sogar an amerikanischen Hochschulen – während das Regime in Teheran den Westen regelmäßig als Feindbild darstellt. Kritiker sehen darin nicht nur einen Widerspruch, sondern auch ein potenzielles Sicherheitsrisiko. Einfluss auf akademische Debatten oder politische Narrative könne nicht ausgeschlossen werden, warnen Experten.

Ein prominentes Beispiel ist laut New York Post die Familie des einflussreichen Politikers Ali Larijani. Während er als Hardliner gilt und eine zentrale Rolle bei der Niederschlagung von Protesten gespielt haben soll, lebten oder arbeiteten mehrere seiner Verwandten im Westen. Ähnliche Fälle finden sich quer durch die iranische Führungsschicht.