Es ist ein politisches Signal mit erheblicher Sprengkraft: Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu hat am Sonntag eine Delegation europäischer Abgeordneter empfangen – darunter erstmals auch einen Vertreter der Freiheitlichen. Mit dabei war Harald Vilimsky, FPÖ-Delegationsleiter im EU-Parlament. Er sprach im Anschluss von einem „historischen Treffen“.

Es kaum auch zum Austausch mit der israelischen Verkehrsministerin Miri Regev.

45 Minuten mit Netanyahu – Iran und radikaler Islam im Zentrum

Das Gespräch dauerte rund 45 Minuten. Teil der Delegation waren Parlamentarier aus Ungarn, Österreich, Spanien und Frankreich aus der Fraktion „Patriots for Europe“.

Im Mittelpunkt des Gesprächs standen der radikale Islam und die expansive Strategie des Iran, berichtete Vilimsky. Der Freiheitliche zeigte sich von Netanyahus „messerscharfer Analyse“ beeindruckt. Israel bezeichnete er als „Schutzwall vor expansiven islamistischen Tendenzen“.

Netanyahu warnt vor Allianz aus Islamisten und radikaler Linker

Netanyahu sprach von einem „Angriff auf die westliche jüdisch-christliche Zivilisation“, ausgeführt vom radikalen Islam in Zusammenarbeit mit der radikalen Linken. Obwohl beide Kräfte eigentlich Gegner sein müssten, „eint sie eine Sache: der Hass auf Israel und die Juden“, bekräftigte der Regierungschef.

Zudem kritisierte Netanyahu europäische Staaten, die ihre Grenzen „ohne jegliche Kontrolle geöffnet“ haben.

Vilimsky traf auch Transportministerin: „Da kommt noch einige!“

Israels Transportministerin Miri Regev, die Vilimsky ebenfalls traf, soll Vorsitzende der neu gegründeten „Patriots for Jerusalem/Israel“ werden – einer Schwesterstruktur zur europäischen Patrioten-Fraktion.

Vilimsky schrieb auf X, er habe mit Regev und anderen Vertretern der „patriotischen Allianz“ in Jerusalem bereits „kommende politische Aktionen“ geplant. „Da kommt noch einiges.“

FPÖ: „Historischer Moment“

In einer Stellungnahme der FPÖ heißt es, es sei ein „historischer Moment“, da die Partei erstmals offiziell von der israelischen Regierung eingeladen worden sei. FPÖ-Generalsekretär Maximilian Krauss kommentierte den Besuch auf X mit den Worten: „Das endgültige Ende der Ausgrenzung.“

Bislang wurden FPÖ-Politiker von israelischen Spitzenvertretern gemieden – aus Rücksicht auf die jüdische Gemeinde in Österreich. Diese verweigert die Kooperation mit Spitzenvertretern der FPÖ unter Verweis auf antisemitische Vorfälle.