Walz hatte Präsident Donald Trump aufgefordert, die Beamten aus Minnesota abzuziehen, nachdem es bei einem Einsatz zu einem tödlichen Schuss gekommen war. Dabei sprach er davon, dass Kinder aus Angst nicht mehr aus dem Haus gingen und sich versteckten – eine Situation, die er indirekt mit der Geschichte Anne Franks in Verbindung brachte.

Walz: ICE „moderne Gestapo“

Diese Wortwahl rief deutlichen Widerspruch hervor. In einer öffentlichen Stellungnahme betonte das Holocaust-Museum, Anne Frank sei allein aufgrund ihrer jüdischen Herkunft verfolgt und schließlich ermordet worden. Ihre Geschichte für aktuelle politische Debatten heranzuziehen, überschreite eine klare Grenze. Solche Vergleiche seien unzulässig und stellten eine problematische Instrumentalisierung des Holocaust dar, hieß es. Auch wenn Walz nicht namentlich genannt wurde, war der Bezug eindeutig.

Besonders scharf fiel die Kritik vor dem Hintergrund steigender antisemitischer Tendenzen aus. Gerade in einer Zeit wachsender Spannungen sei es „zutiefst beleidigend“, den Holocaust als rhetorisches Mittel zu nutzen. Anne Frank lebte mit ihrer Familie im besetzten Amsterdam im Versteck, wurde 1944 entdeckt und deportiert. Sie starb mit nur 15 Jahren im Konzentrationslager Bergen-Belsen. Ihr Tagebuch gilt bis heute als zentrales Dokument der NS-Verfolgung.

Es ist nicht das erste Mal, dass Walz mit drastischen historischen Analogien auffällt. Bereits zuvor hatte er ICE als „moderne Gestapo“ bezeichnet. Auch andere demokratische Politiker griffen zu ähnlichen Vergleichen. Das Holocaust-Museum stellte jedoch klar: Solche Analogien tragen nicht zur politischen Debatte bei, sondern verharmlosen die Verbrechen des Nationalsozialismus.