Hunderte muslimische Migranten stehen täglich Schlange, um spezielle Ramadan-Essenspakete zu erhalten – bezahlt vor allem durch britische Spenden. Während Hilfsorganisationen von notwendiger Unterstützung sprechen, wächst vor Ort der Unmut. Viele Anwohner sind überzeugt: Die Angebote ziehen immer mehr Migranten an.

Die Essenspakete sind auf den Fastenmonat Ramadan abgestimmt. Gegessen wird erst nach Sonnenuntergang – das sogenannte Iftar. Genau dafür erhalten die Migranten Lebensmittel wie Fischkonserven, Brot, Nüsse und Eier. Doch es geht nicht allein um Nahrung.

Ein 17-jähriger Sudanese erklärte gegenüber der Daily Mail offen: „Zu Beginn des Ramadan war ich in Italien, bin dann mit dem Zug und anschließend mit dem Bus hierhergekommen – wegen der Chance auf regelmäßiges Essen und ein Boot nach Großbritannien.“

Auch Abdul und zwei Freunde, ebenfalls gläubige Muslime aus dem Sudan, erklärten lächelnd, warum es sie nach Calais gezogen hat.

„Die Hilfsorganisationen geben uns Zelte, und auf den Straßen und in den Camps werden viele Rettungswesten verkauft, die die Überfahrten sicherer machen“, sagten sie.

Wachsende Lager – wachsender Druck

Rund um ein improvisiertes Zeltlager nahe dem Krankenhaus hat sich die Situation seit Beginn des Ramadan sichtbar verschärft. Immer mehr Migranten reisen an, warten auf Nahrung – und auf eine Möglichkeit zur Überfahrt über den Ärmelkanal. Nachts kehren sie mit ihren Paketen ins Camp zurück, um dort ihr Fasten zu brechen.

Vor Ort wächst die Kritik. Ein Anwohner sagt: „Migranten kommen aus ganz Frankreich hierher, um die Mahlzeiten zu bekommen. Sie werden angelockt.“ Auch in sozialen Netzwerken wird den Hilfsorganisationen vorgeworfen, indirekt die gefährlichen Bootsüberfahrten zu fördern.

Hilfsorganisationen widersprechen – Zahlen bleiben hoch

Die beteiligten Organisationen weisen das zurück. Für sie steht die humanitäre Hilfe im Mittelpunkt – gerade im Ramadan. Die Essenspakete seien entscheidend, damit Menschen ihre Religion unter schwierigen Bedingungen ausüben können.

Gleichzeitig zeigen die Zahlen, wie angespannt die Lage bleibt: Innerhalb weniger Tage erreichten Hunderte Migranten die britische Küste, insgesamt sind seit 2018 mehr als 196.000 Menschen über den Ärmelkanal eingereist.