„Gibt es jetzt ein erhöhtes Risiko für terroristische Anschläge, terroristische Umtriebe innerhalb Europas, vielleicht auch in Deutschland oder Österreich?“, will Kommunikationsexperte Gerald Fleischmann wissen. Neumann antwortet: „Ja, vielleicht schon.“

Er verweist auf die iranischen Revolutionsgarden und deren Netzwerke in Europa. „Seit 2018“ hätten diese „elf Anschläge in Europa versucht“, sagt Neumann. Die Ziele seien „iranische Dissidenten“, „jüdische Gemeinden“ und „israelische Botschaften“. Man solle „nicht in Panik verfallen“, aber die Möglichkeit ernst nehmen: „Das ist Teil seiner asymmetrischen Strategie.“

Weltordnung im Umbruch

Gesprochen wird auch über die große geopolitische Lage. Neumann ordnet die aktuelle Zuspitzung historisch ein: „Wenn man das historisch betrachtet, dann ändern sich Weltordnungen immer so ungefähr alle 100, 150 Jahre.“ Dann würden die „tektonischen Platten der Weltordnung“ aneinander reiben – mit Konflikten „an unterschiedlichen Ecken der Welt“.

Ein Weltkrieg sei das noch nicht, betont er. „Ein Weltkrieg würde es erst dann, wenn tatsächlich China und die Vereinigten Staaten … direkt aufeinandertreffen würden.“ Doch ausschließen will Neumann eine Eskalation nicht: „Ich kann einen Dritten Weltkrieg leider nicht ausschließen.“