Wie lange dauert es, bis wegen dem Irankrieg eine weltweite Energiekrise kommt? Das wurde Iranexperte Walter Posch in „Message Macht Medien“, dem Videopodcast von „krone.tv“ von PR-Profi Gerald Fleischmann gefragt. Die Internationale Energieagentur stützt derzeit den Ölmarkt mit Ölreserven, ein Drittel ist bereits aufgebraucht. In sechs Wochen könnten die restlichen zwei Drittel weg sein.

Frage: „Das heißt, in sechs Wochen gibt es diese Reserven nicht mehr, um den Markt zu stützen, und jetzt bringt diese Agentur so ein Horrorszenario mit Fahrverboten, autofreien Freitagen, Einschränkung von Flugverkehr. Ist das eine realistische Zeitgröße, dass das in sechs Wochen auf uns zukommt?“

Experte Posch: „Die Iraner haben uns das immer über Jahre gesagt. Sie haben uns immer gesagt, sie haben die ganzen Gebirgszüge voller Raketenstollen. Und wenn der Iran angegriffen wird, dann ziehen sie da die Reißleine und sie werden auch die Weltwirtschaft mitnehmen. Und das ist jetzt genau das Problem, wo wir sind.“

Ob es dann wirklich diese radikalen Energiesparmaßnahmen gibt, wo jeder verzichten muss, kein Auto mehr, kein Flugverkehr? Ist das dann die Folge?

Posch: „Wenn die IEA das sagt, dann stimmt das, dass es sechs Wochen sind, oder lassen es acht Wochen sein. Aber es ist eine kritische Situation. …“

„… Es kann durchaus sehr bitter werden, nur es hat niemals eine derartige Situation gegeben. … Wenn es kein Öl und kein Gas aus der Golfregion gibt, bitter für China, bitter für uns. Wir werden dann wahrscheinlich an den USA irgendwas bekommen. Da dauert es nicht mehr sechs Wochen, sondern dann haben wir gleich diesen autofreien Tag.“

Außerdem Thema: die Meldungen, dass der Iran Raketen mit einer Reichweite von 4.000 Kilometern besitzt. Womit der Iran überrascht hat – bisher ging man von einer Reichweite von maximal 2.000 Kilometern aus.

Fleischmann fragt: „Jetzt waren irgendwie alle überrascht, dass der Iran Raketen hat, die so weit fliegen. Mit einer solchen Reichweite könnte man auch Paris, London, Berlin treffen oder auch Wien – besteht eine reale Gefahr?“ Posch: „4.000 Kilometer wäre tatsächlich eine negative Überraschung. … Die zweite große Überraschung ist: Der Iran hat deutlich mehr Raketen, als bisher angenommen – und kann länger feuern.“

Auf die Frage, wie lange dieser Krieg noch dauert, antwortet der Experte: „Eine große Gefahr entsteht, wenn sich beide Seiten so festfahren, dass ein Ausstieg politisch unmöglich wird.“

Ein anderes Thema wurde behandelt, nämlich: Droht jetzt die nächste Migrationswelle nach Europa? Posch: „Also die Iraner haben die Afghanen satt gehabt. … Da haben sehr viele einen Zwischenstopp in Syrien gehabt, weil sie in Syrien gekämpft haben. Im iranischen Auftrag. Das war auch bekannt, also zumindest in den Fachkreisen war es bekannt. …“

„Aber bei fortdauernder Hoffnungslosigkeit, da kann ich mir schon vorstellen, dass es zu Fluchtbewegungen kommt.“