Industriepaket ohne Wirkung: Strom bleibt teuer, Hilfe kommt spät
Die Regierung verspricht Hilfe für den Industriestandort, doch zentrale Maßnahmen kommen spät, sind begrenzt und teuer erkauft. Unternehmen verlieren Planungssicherheit – und Vertrauen.
In exxpress live wurde die neue Industriestrategie der Regierung scharf analysiert. Herausgeberin Eva Schütz und Unternehmer Gerald Markel zerlegten das Paket – von Strompreis über Bürokratie bis Standortflucht.
250 Millionen – und dafür ein Jahr warten
114 Maßnahmen, große Worte, große Grafiken – doch der Kern der Kritik ist simpel: Der Industriestrompreis kommt erst 2027. Für viele Betriebe zu spät. „Industrieentscheidungen fallen nicht für zwei Jahre, sondern für Jahrzehnte“, betont Mahrer.
Dazu kommt: Das Volumen ist begrenzt, die Förderung gedeckelt, der Kreis der Begünstigten unklar. Eva Schütz spricht von einem bürokratischen Flickenteppich: „Am Ende weiß niemand, wer wie viel bekommt – aber alle müssen Formulare ausfüllen.“
Fantasieindustrien statt realer Betriebe
Besonders scharf fällt die Kritik an der strategischen Ausrichtung aus. Während Grundstoff-, Chemie- und Zulieferindustrien ums Überleben kämpfen, setzt die Regierung auf KI, Chips und Zukunftsvisionen. „Wir fördern Industrien, die wir gerne hätten – und lassen jene sterben, die wir haben“, lautet der Vorwurf.
Der Strompreis bleibt hoch, CO₂-Abgaben drücken, Investitionen wandern ab. Statt struktureller Entlastung gebe es Subventionen aus Steuergeld – ohne langfristige Lösung. „Das ist kein Standortkonzept, das ist Hoffnungspolitik“, heißt es abschließend.
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