Die Lebensschutzorganisation „Jugend für das Leben“ hat am Sonntag zu einer Demonstration gegen Schwangerschaftsabbrüche am Klinikum Innsbruck aufgerufen. Nach Angaben der Veranstalter folgten rund 200 Personen dem verbreiteten Aufruf und versammelten sich am Landhausplatz vor dem Tiroler Landhaus.

Auslöser der Kundgebung war eine Entscheidung der Tiroler Landesregierung, die am 4. Mai in Kraft trat. Nach jahrelangen politischen Diskussionen werden Abtreibungen nun auch an einem Standort der Tirol Kliniken angeboten. Die Landesregierung aus ÖVP und SPÖ begründete den Schritt mit der “Sicherstellung eines flächendeckenden und verlässlichen Versorgungsangebots für Frauen”. Gesundheitslandesrätin Cornelia Hagele (ÖVP) und Soziallandesrätin Eva Pawlata (SPÖ) hatten die Maßnahme gemeinsam präsentiert.

Transparente und symbolische Aktion

Bei der Kundgebung waren Transparente mit Aufschriften wie „Ein Kind ist keine Krankheit – Abtreibung raus aus dem Krankenhaus“ und „Abtreibung ist keine Gesundheitsleistung“ zu sehen. Zudem stellten die Organisatoren 400 Paar Kinderschuhe auf. Diese sollten symbolisch für die laut Veranstaltern jährlich geschätzt 300 bis 600 Schwangerschaftsabbrüche in Tirol stehen.

Schlussbild der Kundgebung
Schlussbild der Kundgebung

Als Redner traten Vertreter verschiedener Organisationen sowie Privatpersonen auf.  Darunter war auch Paula Ketteler von der Beratungsorganisation „1000plus“, welche Erfahrungen aus der Schwangerschaftsberatung schilderte und sich für eine stärkere Unterstützung von Frauen in Konfliktsituationen aussprach.

Ein Grußwort des Innsbrucker Bischofs Hermann Glettler wurde ebenfalls verlesen. Darin kritisierte er die Einführung von Schwangerschaftsabbrüchen an den Tirol Kliniken. „Eine Abtreibung ist keine Gesundheitsleistung, sondern die Beendigung eines menschlichen Lebens“, erklärte der Bischof.

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